Zustimmung zu Legalisierung aktiver Sterbehilfe wächst in Deutschland6. Mai 2021 Foto: ©fotogestoeber – stock.adobe.com Eine aktuelle YouGov-Umfrage zum Thema Sterbehilfe klärt über Zustimmung und Ablehnung des Sterbenlassens in 2021 im Vergleich zu 2019 auf. Das Ergebnis: Die Zustimmung wächst, speziell in der älteren Bevölkerung. Dieser Tage wird im Bundestag über neue Gesetzesentwürfe zur Sterbehilfe in Deutschland debattiert. Die Zustimmung zu „aktiver Sterbehilfe“, also der Verabreichung tödlich wirkender Mittel, die bisher in Deutschland verboten ist, ist derzeit hoch: Aktuell geben fast drei Viertel (72 Prozent) der Deutschen an, eine Legalisierung der „aktiven Sterbehilfe“ zu befürworten. Mit dieser Aussage wächst die Zahl der Befürworter der Legalisierung: Zwei Jahre zuvor, im April 2019 sagten dies 67 Prozent der deutschen Befragten, fünf Prozentpunkte weniger. Die derzeitige Unterstützung ist unter den Befragten ab 55 Jahren am höchsten (77 Prozent). Dies sind Ergebnisse zweier Umfragen der internationalen Data & Analytics Group YouGov, für die 2057 Personen zwischen dem 28. und 30. April 2021 sowie 2058 Personen zwischen dem 5. und 7. April 2019 mittels standardisierter Online-Interviews befragt wurden. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren, wie die Datenanalysegruppe angibt. Höchste Zahl an Unterstützern für die „passive Sterbehilfe“ „Passive Sterbehilfe“ durch Abschaltung lebenserhaltender Maßnahmen ist in Deutschland wiederum legal, wenn eine Willensäußerung des Betroffenen oder eine gültige Patientenverfügung vorliegt. Die Legalität dieser Form der Sterbehilfe wird aktuell von den meisten Deutschen (83 Prozent) unterstützt, wie die Datenauswertung von YouGov zeigt. Auch hierbei hat die Befürwortung zugenommen: In 2019 waren es noch 75 Prozent der Deutschen, die der Legalität der „passiven Sterbehilfe“ zugestimmt haben. Der Altersvergleich verdeutlicht: Unter den älteren Deutschen ab 55 Jahren befürworten dies derzeit neun von zehn Befragten. Auch Unterstützung für straffreien „assistierten Suizid“ nimmt zu Der „assistierte Suizid“ steht nicht unter Strafe. Dabei hilft beispielsweise ein Mediziner einem todkranken Patienten bei der Beschaffung des tödlich wirkenden Mittels, die Einnahme muss jedoch selbstständig erfolgen. Auch in diesem Fall von Sterbehilfe nahm die Zahl der Unterstützer in den letzten beiden Jahren zu: Während 2019 noch 69 Prozent der Befragten angaben, den straffreien „assistierten Suizid“ zu befürworten, sind es 2021 sechs Prozentpunkte mehr (75 Prozent). Die Hälfte der Deutschen unterstützt die Verbots-Aufhebung der „geschäftsmäßigen Beihilfe“ zur Selbsttötung Im Februar 2020 wurde das frühere Verbot der „geschäftsmäßigen Beihilfe“ zur Selbsttötung, also die unabhängig von einer Gewinnerzielungsabsicht wiederholte Förderung der Selbsttötung, vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben. Diese Aufhebung des Verbots wird laut YouGov-Umfrage von der Hälfte der Deutschen befürwortet (49 Prozent), 21 Prozent lehnen diese ab. Knapp ein Drittel aller Befragten macht zu dieser Frage keine Angabe (31 Prozent).
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