5-ARI vor TURP verringern das Blutungsrisiko

Transurethrale Resektion der Prostata (TURP; Symbolbild). Grafik: Judith – stock.adobe.com

Die präoperative Gabe von 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren (5-ARI) reduziert signifikant den intraoperativen Blutverlust und das Risiko einer Bluttransfusion bei Patienten, die sich einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP) aufgrund einer Benignen Prostata-Hyperplasie (BPH) unterziehen. Das ergibt eine aktuelle Metaanalyse.

Cian M. Hehir vom Royal College of Surgeons in Dublin (Irland) und Kollegen führten für ihre Studie im April 2025 eine systematische Suche in Online-Datenbanken durch, um passende randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu identifizieren. Von Interesse waren Studien, welche die chirurgischen Ergebnisse und Komplikationsraten bei Patienten mit TURP wegen BPH verglichen, die präoperativ 5-ARI (Finasterid oder Dutasterid) bzw. Placebo oder keine Behandlung erhielten.

Die Wirksamkeit von präoperativem Finasterid beurteilten die Wissenschaftler anhand von Blutverlust, Transfusionsrate und Operationsdauer. Den physiologischen Wirkmechanismus der 5ARI-Behandlung untersuchten sie, indem sie die mikrovaskuläre Dichte (MVD) und die Expression des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) im Resektionspräparat bestimmten.

Signifikant geringerer Hämoglobinabfall

Insgesamt erfüllten 30 RCTs die Einschlusskriterien. In diesen Studien unterzogen sich insgesamt 2974 Patienten einer TURP aufgrund einer BPH (1464 mit 5-ARI vs. 1410 als Kontrollgruppe). Der intraoperative Blutverlust war bei Patienten, die mit 5-ARI vorbehandelt waren, signifikant geringer (Z=6,37; mittlere Differenz [MD] = -82,58 ml; 95%-Konfidenzintervall [KI] -107,98 bis -57,18; p<0,001). Dies spiegelte sich in einem signifikant geringeren Hämoglobinabfall am ersten postoperativen Tag wider (Z=6,84; MD = -0,90 g/dl; 95%-KI -1,16 bis -0,64; p<0,001).

Die MVD war in den Resektionspräparaten von mit 5ARI behandelten Patienten signifikant niedriger (MD = -6,18 Gefäße/mm³; p<0,001), während gleichzeitig signifikant weniger VEGF exprimiert wurde (MD = -3,25; p<0,001). Patienten mit 5ARI-Vortherapie benötigten auch seltener Bluttransfusionen als die Kontrollgruppe (OR 0,31, p < 0,001).

Die Anwendung von 5-ARI war mit einer kürzeren Operationsdauer (MD = -3,47 min; p=0,02) und einem geringeren Spülflüssigkeitsvolumen (MD = -2,07 l; p<0,001) assoziiert. Zudem fanden die Autoren, dass bereits eine kurze Therapiedauer mit 5ARI (2 Wochen) die Durchblutung der Prostata signifikant verringerte.

(ms/BIERMANN)

Das könnte Sie auch interessieren:

Benigne Prostatahyperplasie: HoLEP in vielen Punkten vorteilhafter als roboterassistierte Prostatektomie

Weniger Reoperationen nach HoLEP als nach transurethraler Resektion