Aktuelle ASCO-Empfehlungen zur systemischen Prostatakrebstherapie20. April 2026 Symbolbild: Trueffelpix – stock.adobe.com Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat die im Jahr 2025 veröffentlichte Leitlinie zur systemischen Therapie bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) aktualisiert. Damit liegt die ASCO Living Guideline nun in der Version 2026.1 vor. Für Patienten mit mCRPC, die zuvor im nicht metastasierten kastrationssensitiven oder kastrationsresistenten Stadium ausschließlich per Androgendeprivationstherapie (ADT) behandelt wurden, empfiehlt das Expertengremium um Prof. Mary-Ellen Taplin entweder Enzalutamid oder eine Docetaxel-Chemotherapie (für Patienten mit Lungen- und/oder Lebermetastasen). Die Empfehlung 1.1.3 gilt unabhängig von Veränderungen in den Genen der DNA-Reparatur per homologer Rekombinations (HRR) (Evidenzqualität: hoch; Empfehlungsstärke: stark). Ferner empfiehlt das Gremium für ausgewählte Patienten Abirateron in Kombination mit Prednison, Darolutamid, Apalutamid oder Cabazitaxel (Evidenzqualität: niedrig; Empfehlungsstärke: bedingt). Wenn die Patienten zuvor mit einer ADT und einem Androgenrezeptor-Signalweginhibitor (ARPI) behandelt wurden, gilt Empfehlung 1.2.2.1: Das Panel nennt hier als Optionen eine Docetaxel-Chemotherapie oder nuklearmedizinische Behandlungen mit Radium-223 oder Lutetium-177-PSMA-617 (für Patienten mit PSMA-positivem Positronenemissionstomogramm), auch hier unabhängig von HRR-Alterationen (Evidenzqualität: moderat; Stärke der Empfehlung: stark). Für Prostatakarzinom-Patienten, die zuvor mit einer ADT und Docetaxel behandelt wurden und eine Progression zum mCRPC erlitten, haben die Experten die Empfehlung 1.3.2 erarbeitet: Sie befürworten entweder einen ARPI wie Abirateron mit Prednison oder Enzalutamid, Letzteres in Kombination mit Radium-223 oder eine Chemotherapie mit Cabazitaxel. Auch für diese Empfehlung spielen HRR-Alterationen keine Rolle (Evidenzqualität: moderat; Empfehlungsstärke: stark; bedingt für Radium-223 mit Enzalutamid). Patienten, die bereits ADT, ARPI und Docetaxel erhalten hatten, sollten bei Progress zu mCRPC Lutetium-177-PSMA-617 bekommen (Empfehlung 1.4.1), sofern sie PSMA-positiv sind. Ist das nicht der Fall, kommen Radium-223 in der Nuklearmedizin oder Cabazitaxel als erneute Chemotherapie infrage (Evidenzqualität: moderat; Stärke der Empfehlung: stark). (sf/ms/BIERMANN)
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