9. Bundesweite Onkologische Qualitätskonferenz 2022 empfiehlt Therapieänderungen bei einigen Krebsarten30. November 2022 Foto: © Zerbor – stock.adobe.com Zum neunten Mal präsentierte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) auf dem diesjährigen Deutschen Krebskongress die bundesweite Auswertung von Daten der klinischen Krebsregister. 11 interdisziplinär besetzte Teams werteten die Daten von über 3,3 Millionen an Krebs erkrankten Menschen und insgesamt 16 Krebsarten für die Jahre 2000 bis 2020 aus. Die Auswertung ergab bei einigen Krebsarten, etwa beim Prostata- und Endometriumkrebs eine signifikante Verlängerung des Überlebens durch neue medikamentöse Behandlungen. Auf der Basis der Ergebnisse sprachen sich die Expertinnen und Experten außerdem für die Änderung einiger Leitlinienempfehlungen in der Onkologie aus. Eröffnet wurde die Konferenz von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit mit einer Zusammenfassung des bisher im Bereich der Krebsregisterdatenforschung Erreichten und einem Ausblick auf die nächsten Schritte. Es folgten Vorträge zu den Auswertungen der Krankheitsbilder Ösophagus- und Magenkarzinom, Prostatakarzinom, Kolorektales Karzinom, Lungenkarzinom, Mammakarzinom, Nierenzellkarzinom, Malignes Melanom, Zervix- und Endometriumkarzinom, Vaginal- und Vulvakarzinom, Pankreas- und Gallengangskarzinom und Sarkome – mit teilweise entscheidenden Ergebnissen. Beim Vulvakarzinom beispielsweise ließ sich mit Hilfe der Daten darlegen, dass eine Vulvektomie keine Vorteile gegenüber einer lokalen Exzision hat, weder bei der Überlebensrate noch bei der Rezidivrate. „Dies ist entscheidend für die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen“, so Prof. Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren. Statistisch signifikante Effekte konnten außerdem im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie beim Rektum- und Kolonkarzinom festgestellt werden: So weisen laparoskopische Eingriffe klinisch sehr bedeutsame Vorteile gegenüber offenen Operationen auf: „Wenn operiert werden muss, sollte minimalinvasiv operiert werden“, äußerte Prof. Dr. Stefan Rolf Benz, stellvertretender Vorsitzender der ADT, im Namen der auswertenden Gruppe. „Beim Rektumkarzinom wird dies inzwischen in ca. 70%, bei rechtsseitigen Kolonkarzinomen aber nur in 35% der Fälle durchgeführt. Hier besteht ein erhebliches Verbesserungspotenzial“, so Benz. Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs konnte bestätigt werden, dass Patienteninnen und Patienten mit singulären Lungenmetastasen bei Diagnosestellung eine deutlich bessere Prognose haben als bei einer Fernmetastasierung in andere Organe. Das Überleben lässt sich in diesen Fällen durch die Resektion der Lungenmetastase weiter deutlich verbessern.
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