Abschätzung des Lungenkrebsrisikos anhand zirkulierender Proteine

Abb.: © Axel Kock/Fotolia

Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass eine Reihe zirkulierender Protein-Biomarker die Bewertung des Lungenkrebsrisikos verbessern und dazu dienen kann, die Eignung von Patienten für ein Screening mittels Computertomographie (CT) zu ermitteln.

Die Studienautoren verwendeten Proben von 108 Lungenkrebspatienten, die irgendwann im Leben geraucht hatten oder rauchten, aus dem Zeitraum vor deren Diagnose. Bei allen war die Krebserkrankung innerhalb eines Jahres nach der Blutentnahme diagnostiziert worden. Dem gegenübergestellt wurden Proben von 216 im Hinblick auf den Status des Nikotinkonsums passenden Kontrollen aus der CARET-Studie (Carotene and Retinol Efficacy Trial). Mit diesen Proben wurde ein Biomarker-Risikobewertungstest auf der Basis von 4 Proteinen entwickelt (Cancer-Antigen 125 [CA125], Carcinoembryonales Antigen [CEA], Cytokeratin-19-Fragment [CYFRA 21-1] und die Vorläuferform von Surfactant-Protein B [Pro-SFTPB]).

Der Biomarker-Score wurde anschließend anhand von absoluten Risikoabschätzungen blind validiert: Zum einen bei 63 Lungenkrebspatienten, die jemals geraucht hatten oder rauchten und innerhalb eines Jahres nach der Blutentnahme ihre Diagnose erhalten hatten, sowie bei 90 gematchten Kontrollen aus 2 großen europäischen bevölkerungsbasierten Kohorten.

In der Validierungsstudie ergab ein integriertes Risikovorhersagemodell, das die Nikotinexposition mit dem Biomarker-Score kombinierte, eine AUC von 0,83 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,76–0,90) im Vergleich zu 0,73 (95 %-KI, 0,64–0,82) für ein Modell, das allein auf der Nikotinexposition beruhte (p=0,003 für den Unterschied bei der Fläche unter der Receiver-Operating-Characteristic-Kurve [AUC]). Bei einer Gesamtspezifität von 0,83 basierend auf den Screening-Kriterien der US Preventive Services Task Force betrug die Sensitivität des integrierten Risikovorhersagemodells mit Biomarkern 0,63 verglichen mit 0,43 beim Modell, das sich auf den Nikotinkonsum bezog. Auf der anderen Seite ergab das integrierte Risikovorhersagemodell – bei einer Gesamt-sensitivität von 0,42 auf Basis der Screening-Kriterien der US Preventive Services Task Force – eine Spezifität von 0,95 verglichen mit 0,86 für das Nikotinkonsummodell.