Adenoviren: Zellen wehren sich mit dem Protein Apobec3AAdenoviren:11. Mai 2023 Sabrina Schreiner (li.) und Samuel Hofmann vom MHH-Institut für Virologie. (Foto: © Karin Kaiser/MHH) Ein Team von Forschenden der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des Exzellenzclusters RESIST hat sich in einer aktuellen Studie mit der Klärung von Zellmechanismus im Zusammenhang mit Adenoviren beschäftigt. In dem Ergebnis sehen sie die Basis für neue Therapien. Wie wehren sich menschliche Zellen gegen Adenoviren? Der Antwort auf diese Frage ist das Team von RESIST-Professorin Dr. Sabrina Schreiner vom Institut für Virologie der MHH ein gutes Stück nähergekommen. Die Forschergruppe hat einen wichtigen Abwehrmechanismus aufklärt und so die Basis für die Entwicklung neuer Möglichkeiten der Behandlung gelegt. Die Forschungsergebnisse, die über den Exzellenzcluster RESIST ermöglicht wurden, veröffentlichte die wissenschaftliche Fachzeitschrift „mbio“. Die beiden Erstautorinnen sind Lilian Göttig und Dr. Christina Weiß vom Institut für Virologie der Technischen Universität München aus der dortigen Arbeitsgruppe Schreiners. Zum Autorenteam gehört auch Dr. Samuel Hofmann vom MHH-Institut für Virologie. Weder spezifische Therapien noch Impfung vorhanden Neue Behandlungsoptionen gegen humane Adenoviren sind nötig, da es gegen diese Viren bisher weder spezifische Therapien gibt, noch eine Impfung für die breite Normalbevölkerung. Adenoviren können Entzündungen beispielsweise des Gastrointestinaltraktes, der Bindehaut, der Leber und des Gehirns hervorrufen. Diese sind bei sonst gesunden Menschen meist harmlos, aber es kann bei bestimmten Adenovirustypen zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen kommen. Adenoviren können im Körper überdauern und in bestimmten Situationen auch wieder reaktivieren. Besonders schwerwiegend ist eine Adenovirus-Infektion beispielsweise bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Schreiners Team hat nun herausgefunden, dass die menschlichen Zellen sich mithilfe von Apobec3A gegen eine Adenovirus-Infektion wehren. „Wir haben eine signifikante Hochregulierung von Apobec3A während einer HAdV-Infektion festgestellt“, sagt sie. Von dem Protein war bereits bekannt, dass es bei der Abwehr einer chronischen Hepatitis B-Virus-Infektion eine zentrale Rolle spielt. Die Forschenden konnten auch den Abwehr-Mechanismus aufklären: „Apobec3A verändert die molekulare Markierung mit dem SUMO-Protein an wichtigen viralen Faktoren.“ Das hat zur Folge, dass die zur Virusvermehrung notwendigen Replikationszentren funktionsuntüchtig werden und sich die Viren dann nicht mehr vermehren können. Darüber hinaus konnten das Team herausfinden, dass manche der derzeit 95 bekannten verschiedenen Adenovirustypen angreifbarer sind als andere: „Eine vergleichende Sequenzanalyse ergab, dass manche Adenovirustypen möglicherweise eine Strategie entwickelt haben, um der Apobec3A-vermittelten Abwehr zu entgehen“, sagt Schreiner. Die Ergebnisse ermöglichen neue Einblicke in das Zusammenspiel der Viren und der Wirtszelle und erweitern die derzeitige Sichtweise, wie eine Wirtszelle die Infektion begrenzen kann. Für die Forschenden ist das eine wichtige Erkenntnis und eine Voraussetzung für neue Therapiestrategien und Medikamente gegen diese Viren.
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