Aderhautmelanom: Dreifachkombination von Wirkstoffen zeigt gute Ergebnisse16. April 2026 Aramchol, Regorafenib und Metformin wirken synergistisch und verstärken die Abtötung von Tumorzellen deutlich. Das zeigte eine aktuelle Studie der Virginia Commonwealth University und dem University of Pittsburgh Cancer Institute.(Symbolbild.)Bild:©Crystal light-stock.adobe.com Eine aktuelle Arbeit zeigt, dass der SCD1-Inhibitor Aramchol in Kombination mit dem Multi-Kinase-Inhibitor Regorafenib und dem Diabetesmedikament Metformin wirkt, um Zellen des Aderhautmelanoms (UM) abzutöten. Das Aderhautmelanom, eine seltene und aggressive Form von Augenkrebs, metastasiert häufig in die Leber und ist oft nur schwer behandelbar. Forschende von der Virginia Commonwealth University in den USA leiteten gemeinsam mit dem University of Pittsburgh Cancer Institute, USA, die Studie. Diese untersuchte, wie Aramchol in Kombination mit Regorafenib und Metformin Tumorzellen des Aderhautmelanoms abtötet. Die Forschenden haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Oncotarget“ veröffentlicht. Kombination aus Aramchol und Regorafenib plus Metformin zeigt stärksten Effekt gegen UM-Zellen Die Autoren berichten, dass Aramchol, Regorafenib und Metformin synergistisch wirken und die Abtötung von Tumorzellen deutlich verstärken. Die stärksten Effekte zeigten sich, wenn Metformin zu der Kombination aus Aramchol und Regorafenib hinzugegeben wurde. In patientenabgeleiteten UM-Zellen sowie LD-1-Cholangiokarzinomzellen führte die Dreifachkombination zudem zu einer verstärkten Bildung von Autophagosomen und einem erhöhten autophagischen Fluss. Wurden hingegen Beclin1, ATG5 oder LAMP2 herunterreguliert, nahm die Bildung von Auto- und Autolysosomen ab, ebenso wie die zelluläre Abtötung. Ergebnisse legen multifaktoriellen Wirkmechanismus nahe Darüber hinaus identifizierte die Studie BID als wichtigen Beitrag zur letalen Reaktion. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für einen multifaktoriellen Wirkmechanismus, der sowohl die Makroautophagie als auch Todesrezeptor-Signalwege einbezieht. Abb.: Metformin verstärkt die durch [Aramchol und Regorafenib] verursachte Abtötung von Tumorzellen, wofür Makroautophagie und die Signalübertragung über BID erforderlich sind. UM-Zellen und HEP3B-Zellen wurden mit einer Scrambled-siRNA-Kontrolle (siSCR) oder mit siRNA-Molekülen transfiziert, um Beclin1 und BID herunterzuregulieren. Nach 24 Stunden wurden die Zellen 24 Stunden lang mit einer Vehikelkontrolle, Aramchol, Regorafenib, Metformin oder einer Kombination der Wirkstoffe behandelt. Schwimmende und anhaftende Zellen aus drei unabhängigen Studien wurden gesammelt. Anschließend wurde der prozentuale Lebensanteil mittels Trypanblau-Ausschluss-Assays bestimmt (±SD). #p < 0,05 höher als die Vehikelkontrolle; ##p < 0,05 höher als bei Monotherapie; ###p < 0,05 größer als bei mit zwei Wirkstoffen behandelten Zellen; *p < 0,05 kleiner als die entsprechenden Werte in siSCR-transfizierten Zellen; **p < 0,05 kleiner als der entsprechende Wert in siBeclin1-Zellen; †p < 0,05 kleiner als die entsprechenden Werte in siBID-Zellen.© 2026 Booth MR et al. Paul Dent, korrespondierender Autor fügte hinzu: „Unsere Daten zeigen, dass UM-Zellen durch die Behandlung mit Aramchol plus Regorafenib plus Metformin über einen verstärkten autophagischen Fluss abgetötet werden und dass diese Kombination das Potenzial haben könnte, UM-Tumoren zu kontrollieren, die in die Leber metastasiert haben.“ Weitere In-vivo-Studien notwendig Die Autoren merken zudem an, dass der SCD1-Knockdown zwar den Baseline-Zelltod der Tumorzellen erhöhte, jedoch nicht die vollständigen Antikrebswirkungen von Aramchol reproduzierte. Das deutet den Autoren zufolge darauf hin, dass zusätzliche molekulare Zielstrukturen zu dessen Wirksamkeit beitragen. Zudem betonen sie die Notwendigkeit weiterer In-vivo-Studien, um das therapeutische Potenzial dieser Kombination bei metastasiertem UM zu bewerten. Dies gilt insbesondere bei Erkrankungen mit Leberbefall. (sas/BIERMANN)
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