Adipositas: Neues zur Rolle von microRNAs im Speichel10. November 2025 Aus menschlichen Speichel lassen sich extrazelluläre Vesikel isolieren, die bestimmte microRNAs enthalten. Symbolbild: Volodymyr/stock.adobe.com MicroRNAs (miRNAs) aus extrazellulären Vesikeln im Speichel stehen mit Fettleibigkeit, Geschmackswahrnehmung und Essverhalten in Verbindung, wie Forschende aus Leipzig zeigen konnten. Das bietet potenzielle Ansatzpunkte für die Prävention oder Behandlung von Adipositas. Ein Forschungsteam am Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung in Leipzig hat neue Erkenntnisse gewonnen, wie molekulare Signale im Speichel Stoffwechsel- und Verhaltensprozesse im Zusammenhang mit Adipositas widerspiegeln und potenziell beeinflussen können. Ihr Augenmerk richteten sie dabei auf microRNAs (miRNAs) aus extrazellulären Vesikeln (EV) in Speichelproben. Zusammenhänge mit metabolischen und physiologischen Parametern Die Forschenden analysierten Speichel-EVs von 90 Teilnehmenden der „Obese-Taste-Bud”-Studie mittels Small-RNA-Sequenzierung. Dabei identifizierten sie 626 unterschiedliche miRNAs, die in Signalwegen angereichert sind, welche an Energieregulierung, Adipositas, Diabetes, Zellsignalübertragung und Geschmackswahrnehmung beteiligt sind. Besonders miR-1246, miR-1290 und miR-148a-3p zeigten signifikante Zusammenhänge mit wichtigen metabolischen und physiologischen Parametern. Dazu gehörten Nüchternblutzucker, Cholesterinspiegel, anthropometrische Messungen und Blutdruck (p < 0,05). Diese miRNAs korrelierten zudem mit individuellen Unterschieden im Essverhalten. Darüber hinaus wiesen weitere miRNAs Zusammenhänge mit Variationen in der Geschmackserkennung sowie mit Parametern des Glukosestoffwechsels, der Parodontalgesundheit, des Insulinspiegels im Speichel und der Nahrungsaufnahme auf (p < 0,05). Speichel-EVs potenzielle Biomarker „Unsere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen EV-abgeleiteten miRNAs und der Regulation von Stoffwechsel, Geschmackswahrnehmung und Essverhalten“, erklärt Dr. Kerstin Rohde-Zimmermann, leitende Forscherin der Studie. „Speichel-EVs können als Biomarker dienen, die Stoffwechselveränderungen widerspiegeln, und bieten potenzielle Ansatzpunkte für die Prävention oder Behandlung von Adipositas.“ Die Forschung unterstreicht das Potenzial der molekularen Profilerstellung anhand von Speichelproben, um Einblicke in das komplexe Zusammenspiel zwischen Stoffwechselregulation und Verhalten zu gewinnen. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für personalisierte Ansätze zur Bekämpfung von Adipositas.
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