Adoleszenz: Hoher BMI sagt schwere Lebererkrankungen voraus10. Januar 2019 © mashot – fotolia.com Übergewicht ist in keinem Lebensalter gesundheitlich von Vorteil. Eine neue Untersuchung aus Schweden zeigt aber nun explizit, dass ein hoher Body-Mass-Index (BMI) bei Männern in der späten Adoleszenz mit einem erhöhten Risiko für zukünftige schwere Lebererkrankungen verbunden ist. Diese erhöhte Wahrscheinlichkeit schließe auch das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) mit ein, schreiben die Wissenschaftler vom Karolinska Institutet, der Karolinska Universitätsklinik, der Universität Lund und der Kreisverwaltung Stockholm in einer gemeinsamen Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Gut“. Die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes während des Follow-up ihrer Studie sei weitestgehend unabhängig vom BMI zu Beginn der Studie mit einem weiter erhöhten Risiko für eine schwere Lebererkrankung verbunden gewesen, erklären die Forscher um Erstautor Dr. Hannes Hagström von der Abteilung für Hepatologie am Centre for Digestive Diseases der Karolinska Universitätsklinik. Ein hoher BMI sei generell mit einem erhöhten Risiko für schwere Lebererkrankungen verbunden, erinnern die Wissenschaftler. Dabei sei unklar, ob dieses Risiko sich zwischen den BMI-Kategorien unterscheide und ob dieser Zusammenhang zumindest teilweise auf die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zurückzuführen sei. Die Studienautoren verwendeten Registerdaten von mehr als 1,2 Mio. schwedischen Männern, die zwischen 1969 und 1996 zum Wehrdienst aufgerufen worden waren. Daten zu neu aufgetretenen schweren Lebererkrankungen und zu Fällen von Typ-2-Diabetes während des Follow-up (>34 Mio. Personenjahre) wurden anhand einer Verknüpfung der Daten mit Informationen aus bevölkerungsbasierten Registern ermittelt. Anhand einer Cox-Regression wurden die angepassten Hazard Ratios (HR) für eine stationäre Behandlung in der Zukunft und die Mortalität bei schweren Lebererkrankungen und die HCC-Inzidenz in allen BMI-Kategorien berechnet. Dabei verwendeten die Wissenschaftler einen BMI von 18,5–22,5 kg/m2 als Referenz. Während des Follow-up wurden 5281 Fälle einer schweren Lebererkrankung festgestellt, davon 251 Fälle eines HCC. Ein Zusammenhang mit einer schweren Lebererkrankung wurde bei Übergewicht (HR 1,49; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,35–1,64) und bei adipösen Männern (HR 2,17; 95 %-KI 1,82–2,59) festgestellt. Die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes erhöhte das Risiko für schwere Lebererkrankungen in allen BMI-Kategorien noch weiter. So hatten z. B. Männer mit Adipositas und einem Typ-2-Diabetes ein höheres Risiko für schwere Lebererkrankungen (HR 3,28; 95 %-KI 2,27–4,74) als Männer mit Adipositas ohne Diabetes (HR 1,72; 95 %-KI 1,72–2,54). Fazit Ein hoher BMI ist bei Männern in der späten Adoleszenz mit einem erhöhten Risiko für zukünftige schwere Lebererkrankungen verbunden. Typ-2-Diabetes erhöht das Risiko noch weiter. Autoren: Hagström H et al. Korrespondenz: Dr. Hannes Hagström, Centre for Digestive Diseases, Karolinska University Hospital, Stockholm 141 86, Schweden; [email protected] Studie: High BMI in late adolescence predicts future severe liver disease and hepatocellular carcinoma: a national, population-based cohort study in 1.2 million men Quelle: Gut 2018;67(8):1536–1542. Web: gut.bmj.com
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