Trumps Handelspolitik gefährdet Arzneimittelversorgung und Pharmaproduktion

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Der Interessensverband Pharma Deutschland hat das Wirrwarr um die Zollregelungen für Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe kritisiert.

Als handelspolitische Zumutungen mit unmittelbaren Folgen für den internationalen Arzneimittelhandel und die mittelfristige Qualität der Arzneimittelversorgung in Deutschland bezeichnet der Verband das Agieren der US-Regierung bezüglich neuer Zollregelungen in der Pharmabranche.

Komplexes Nebeneinander verschiedener Zollregime und Ausnahmeregelungen

Mit dem Inkrafttreten der ersten Section-232-Maßnahmen für Arzneimittel am 31. Juli treten neue Zollregelungen für patentgeschützte Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe in Kraft, die ausgewählte deutsche und europäische pharmazeutische Exporte in die USA mit zusätzlichen Abgaben belegen könnten, berichtet Pharma Deutschland. Der Verband kritisiert, dass „mit dem Inkrafttreten der neuen Maßnahmen die US-Regierung ein zunehmend komplexes Nebeneinander verschiedener Zollregime und Ausnahmeregelungen schafft“. Zwar seien die ursprünglich angekündigten Zollsätze für europäische Produkte durch die jüngsten Vereinbarungen zwischen der EU und den USA begrenzt worden, die handelspolitische Unsicherheit bleibe jedoch bestehen.

Unter diesen Bedingungen: „keine langfristigen Investitions- und Lieferentscheidungen in der Pharmaindustrie“

„Die Kombination aus Sonderzöllen, politisch motivierten Untersuchungen gegen deutsche Arzneimittelpreise und ständig neuen Ankündigungen des US-Präsidenten schafft ein Klima permanenter Unsicherheit. Während Pharmaunternehmen und Behörden in Deutschland und Europa noch dabei sind, geordnete Verfahren für die aktuellen Regelungen zu finden, spekuliert Trump über neue Maßnahmen wie Strafzölle auf Generika“, erklärt Pharma Deutschland Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann. „Unternehmen könnten unter diesen Bedingungen keine langfristigen Investitions- und Lieferentscheidungen treffen. Dass mit der Planungsunsicherheit auch die Versorgungssicherheit leide und die US-Politik damit früher oder später auch Auswirkungen auf unsere eigene Arzneimittelversorgung haben werde, müsse jedem klar sein, betonte sie.

Dem Verband zufolge treffen die jetzigen Maßnahmen der US-Regierung in erster Linie die Versorgung amerikanischer Patienten, können aber mittelbar auch die Arzneimittelversorgung in Deutschland beeinträchtigen. Wenn Unternehmen infolge neuer Zölle und handelspolitischer Unsicherheiten Produktions- und Lieferketten umstrukturieren oder Investitionen verschieben, könne dies globale Lieferketten für Wirkstoffe und Fertigarzneimittel beeinträchtigen.

Auwirkungen auf die Arzneimittelversorgung in Deutschland absehbar

Engpässe, steigende Kosten und eine geringere Resilienz der Arzneimittelversorgung könnten die Folge sein – auch für Europa und Deutschland – warnt der Verband. Hinzu komme, dass die politisch aufgeladene Debatte über Arzneimittelpreise und Handel mit Deutschland Investitionsentscheidungen in gemeinsame Produktionskapazitäten bremsten. Genau diese Kapazitäten sind jedoch zentral, um Engpässe zu vermeiden, etwa bei komplexen oder neuartigen Therapien, bei denen es nur wenige globale Anbieter gibt, so Pharma Deutschland. Damit wachse das Risiko, dass neben den aktuellen Sparmaßnahmen auch internationale Spannungen im Arzneimittelhandel langfristig auch hierzulande die Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel einschränkten.


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