Änfälligkeit für Mittelohrentzündungen genetisch bedingt5. November 2018 Foto: © ktsdesign – Fotolia.com US-amerikanische Forscher haben verschiedene genetische Varianten des FUT2-Gens identifiziert, die manche Menschen besonders anfällig für Mittelohrentzündungen machen. “Mittelohrentzündungen sind bei Kindern sehr häufig”, sagt Regie Santos-Cortez, MD, PhD, Erstautorin der Studie und Assistenzprofessorin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der University of Colorado School of Medicine. “Im Alter von etwa eineinhalb Jahren kommt es dann zu Fieber, Schmerzen und Flüssigkeit oder Eiter im Mittelohr aufgrund einer Infektion. Manche dieser Infektionen kommen wieder oder können sogar chronisch werden, was eine Operation erforderlich macht.” Varianten eines bestimmten Gens – FUT2 – könnten die Anfälligkeit für solche Mittelohrenzündungen erhöhen, so die Ergebnisse der aktuellen Studie. FUT2 wird in Speicheldrüse, Darm und Lungen exprimiert. Bisher war die Expression des Gens im Mittelohr nicht nachgewiesen. Sontos-Cortez und ihre Kollegen konnten die Rolle, die FUT2 bei Mittelohrinfektionen spielt durch die Analyse von DNA-Proben von 609 mulit-ethnischen Familien mit einer bekannten Anfälligekeit für Otitis media nachweisen. Die Forscher fanden bei filipinischen Studienteilnehmern und Personen aus Südasien häufige Varianten von FUT2, bei europäisch-amerikanischen Familien eine seltenere Variante, die mit wiederkehrenden Mittelohrinfektionen assoziiert ist. Die häufigste Genevariante kommt bei 30 bis 50 Prozent aus allen Populationen außer bei Ostasiaten vor. “Es gibt eine Reihe von Faktoren, die für Mittelohrentzündunge anfällig machen, etwa zu wenig Impfungen, wenn nicht gestillt wird oder rauchende Bezugspersonen”, sagt Santos-Cortez. “Aber selbst unter den besten Bedingunen leiden mache Kinder unter wiederkehrenden Mittelohrinfektionen, was möglicherweise auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen ist.” Laut Studie hatten die Träger bestimmter genetischer Varianten ein erhöhtes Risikio für Mittelohrinfektionen. Die Studienautoren gehen davon aus, dass diese Varianten das Mikrobiom im Mittelohr so beeinflussen, dass es anfälliger für die Infektion mit bestimmten Bakterien wird. “Wer diese Varianten hat, wir ein etwas anderes Mikrobiom haben, was das Erkrankungsrisiko erhöht”, erklärt Santos-Cortez. Diese Ergebnisse könnten neue Wege eröffnen, um festzustellen wer wahrscheinlich Mittelohrinfektionen bekommt hoffen die Studienautoren. Die Studie konnte bestätigen, dass die Expression von FUT2 ist in den ersten 24 Stunden nach einer bakteriellen Infektion verstärkt. Aber die FUT2-Varianten vermindern die Präsentation des A-Antigens, das einige Bakterien nutzen. Dadurch werden bestimmte Baktierienarten zurückgedrängt, während andere, die bei wiederkehrende Mittelohrentzündungen eine Rolle spielen, sich stark vermehren können. “Die Häufigkeit Populations-spezifischer FUT2-Varianten macht dieses Gen zu einem potenziellen Ziel eins präventiven Screenings und künftiger Therapieansätze für Otitis media, einschließlich der Modulation des Mittelohr-Mikrobioms”, heißt es in der Studie.
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