Ärztegenossenschaft Nord plädiert für ein TI-Moratorium19. August 2020 Illustration: ©MQ-Illustrations – stock.adobe.com Die Ärztegenossenschaft Nord eG (äg Nord) fordert von Gesundheitsminister Jens Spahn ein Moratorium bei der weiteren Einführung der Telematikinfrastruktur (TI). Die äg Nord erwartet für die kommenden Monate eine spürbare Zunahme des Digitalisierungsdruckes in den Arztpraxen, da weitere Komponenten der TI eingeführt würden. Auf der anderen Seite, so die äg Nord, hätten „anhaltende Störungen der TI“ in diesem Sommer für „Unmut, Kosten und Verunsicherung“ gesorgt. Dies habe man zum Anlass für eine Mitgliederbefragung genommen. Die Umfrage der äg Nord richtete sich laut Mitteilung zunächst an knapp die Hälfte der Genossenschaftsmitglieder, die in allen Facharztgruppen sowohl als angestellte Ärzte als auch in Selbstständigkeit oder als Psychotherapeuten tätig sind. Trotz Urlaubszeit und trotz der immer noch zeitraubenden Bewältigung der Corona-Pandemie haben den Angaben zufolge bisher mehr als zehn Prozent der Befragten geantwortet. „Die hohe Beteiligung zeigt deutlich, wie sehr das Thema unsere Mitglieder beschäftigt,“ so Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher der äg Nord. „Wir werden deshalb die Befragung auf alle unsere Mitglieder ausweiten“. Eine erste Auswertung der bisher vorliegenden Umfrageergebnisse (Stand 13.08., Anm. d. Red.) ergab folgendes Meinungsbild: knapp 70 Prozent der Teilnehmer bezeichnen sich als Befürworter der Digitalisierungknapp 60 Prozent der Teilnehmer sehen für sich einen grundsätzlichen Nutzen in der TI und den damit verbundenen Komponentenknapp 94 Prozent der Befragten sprechen sich allerdings für ein Moratorium bis zur Klärung der derzeit offenen Fragen ausknapp 64 Prozent wären sogar bereit, sich bei fortdauerndem Druck aus der Politik an Protestmaßnahmen zu beteiligen. „Das bisherige Ergebnis zeigt deutlich, dass unsere Mitglieder die digitale Herausforderung annehmen“, so Gehring. Gesundheitsminister Spahn sei aber gut beraten, den Zeitdruck herauszunehmen, TI-Komponenten erst praxisreif einzuführen und statt Druck und Bedrohung den Dialog mit der Ärzteschaft zu suchen. „Andernfalls droht weiterer Widerstand, über 60 Prozent unserer Mitglieder sind dann zu Protestmaßnahmen bereit“, sagt Gehring.
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