Ärzteschaft fordert EU-Strategie für Arbeitskräfte im Gesundheitswesen19. Februar 2025 Bild: Aliaksandr Kisel – stock.adobe.com Im Rahmen der „Morning Rounds“-Reihe von BÄK und KBV wurde in Brüssel unter dem Motto „Health workforce shortages in Europe – Mapping the way forward“ über Lösungen des Arbeitskräftemangels im Gesundheitswesen diskutiert. Hintergrund ist, dass die Gesundheitsversorgung in den meisten EU-Staaten unter einem akuten Arbeitskräftemangel leidet, der sich durch die demografische Entwicklung weiter zu verstärken droht. BÄK und KBV forderten die Europäische Union (EU) auf, eine europäische Strategie für Arbeitskräfte im Gesundheitswesen zu entwickeln. Die EU und die Mitgliedstaaten müssten das Problem im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten gemeinsam, strukturiert und umfassend angehen, betonten BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Stephan Hofmeister, auf der gemeinsamen Veranstaltung. Die bisherigen Ankündigungen der neuen EU-Kommission ließen einen umfassenden Ansatz vermissen. Ein solcher müsse die Elemente berufliche Mobilität, Ausbildungskapazitäten der Mitgliedstaaten, sichere und attraktive Arbeitsbedingungen sowie Unterstützung der Berufsangehörigen bei der digitalen Transformation des Gesundheitswesens enthalten, hoben beide Organisationen hervor. „Die EU sollte helfen, berufliche Mobilität im Gesundheitsbereich zu vereinfachen. Ohne die Migration von Angehörigen der Gesundheitsberufe nach Deutschland ist die gesundheitliche Versorgung in Deutschland nicht aufrecht zu erhalten“, stellte Reinhardt bei der Eröffnung der Veranstaltung klar. Er erinnerte aber auch daran, dass Migration zu Personalengpässen in den Herkunftsländern führen kann. „Die Mitgliedstaaten sollten sich nicht zu sehr auf die Anwerbung von Arbeitskräften aus anderen Staaten verlassen, sondern ihrer Verantwortung gerecht werden, eine ausreichende Anzahl von Berufsangehörigen auszubilden, um ihren eigenen Bedarf zu decken.“ Weitgehend Konsens bestand auf der Veranstaltung, zu der Vertreterinnen und Vertreter des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und der Ärzteschaft eingeladen waren, dass die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung helfen kann, die knappe Ressource Arbeitskraft im Gesundheitswesen effizienter zu nutzen. Hofmeister betonte: „Die Digitalisierung im Gesundheitswesen birgt viele Chancen, die Arbeit in der Versorgung effizienter zu machen. Hierfür brauchen wir aber Werkzeuge, die verlässlich funktionieren und auf den tatsächlichen praktischen Bedarf zugeschnitten sind. Europäische Empfehlungen und Vorgaben, etwa im Rahmen einer europäischen digitalen Patientenakte, sollten daher unbedingt den Sachverstand der Gesundheitsberufe vor Ort einbeziehen.“ BÄK und KBV bekräftigten außerdem die besondere Verantwortung der EU im Rahmen ihrer Gesetzgebungskompetenz für Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen. Hier könne sie einen wichtigen Beitrag für attraktivere Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich leisten und so das Interesse von Berufsanfängerinnen und -anfängern an Heil- und Pflegeberufen steigern.
Mehr erfahren zu: "Ärztetag beschließt umfassende Änderungen der ärztlichen Weiterbildung" Ärztetag beschließt umfassende Änderungen der ärztlichen Weiterbildung Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat umfangreiche Änderungen der ärztlichen Weiterbildung verabschiedet. Zentral ist dabei die Abkehr von Methoden- und Handlungskompetenzen hin zu definierten Rollen und Haltungen gemäß einem […]
Mehr erfahren zu: "Verletzungsrisiko bei Autounfällen: Bei Frauen deutlich höher als bei Männern" Verletzungsrisiko bei Autounfällen: Bei Frauen deutlich höher als bei Männern Eine Studie der TU Graz zeigt, dass Frauen im Vergleich zu Männern ein um 60 Prozent höheres Verletzungsrisiko bei Autounfällen haben. Besonders gilt das für Beifahrerinnen und ältere Frauen.
Mehr erfahren zu: "Ärztetag fordert Änderungen bei der Notfallreform" Ärztetag fordert Änderungen bei der Notfallreform Das Ärzteparlament hat den Gesetzgeber aufgefordert, die geplante Reform der Akut- und Notfallversorgung und des Rettungsdienstes praxistauglich zu gestalten.