Ätiologie der Rosacea: Thiolstoffwechsel und oxidativer Stress

Rosacea
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Obwohl die genaue Ätiologie der Rosacea noch nicht eindeutig geklärt ist, gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass eine Oxidation der Lipide den inflammatorischen Prozess triggern.

Aktuell rückt auch die Rolle des Thiolstoffwechsels in den Fokus der Forschung. Thiole gehören zu den Schlüsselmolekülen des Proteinmetabolismus und sind die als erste dem oxidativen Stress zum Opfer fallenden Antioxidantien. In einer aktuellen Studie haben türkische Dermatologen die Auswirkungen von oxydativem Stress auf den Proteinmetabolismus bei Rosacea-Patienten untersucht, indem sie die genannte Homöostase evaluierten. Die Bestimmung des Thiol-Levels im Plasma birgt wichtige Hinweise auf das Ausmaß des durch freie Radikale vermittelten oxydativen Stresses bei Rosacea. Die Studienpopulation umfasste 50 Patienten mit Rosacea; außerdem wurden 42 gemäß Geschlecht und Alter passende gesunde Kontrollprobanden inkludiert.

Es wurden folgende Verhätnisse ermittelt: Disulfid/natives Thiol; Disulfid/totales Thiol; natives Thiol/totales Thiol. Das Durchschnittsalter der Rosacea-Patienten betrug 41,8 ± 10,5 Jahre (35 Frauen), das der Kontrollprobanden 42,5 ± 10,3 Jahre (33 Frauen). Der durchschnittliche Disulfid-Level lag bei den Patienten signifikant höher als in der Kontrollgruppe: 23,4 ± 5,5 µM/l bzw. 17,3 ± 6,2µM/l.

Das durchschnittliche Verhältnis zwischen Disulfid und nativem Thiol (0,055 ± 0,016 gegenüber 0,041 ± 0,017) sowie das Verhältnis zwischen Disulfid und totalem Thiol (0,049 ± 0,012 gegenüber 0,037 ± 0,013) war bei den Patienten höher, das Verhältnis natives Thiol/totales Thiol jedoch lag bei den Patienten signifikant niedriger als bei den Kontrollen (0,884 ± 0,118 gegenüber 0,923 ± 0,027). Fazit: Bei Rosazea-Patienten ist die Balance von Thiol und Disulfid in Richtung Disulfide verschoben, was als Indikator für oxydativen Stress bei Rosacea angesehen werden kann.