AKI: Erhöhtes Risiko für Chronische Nierenkrankheiten bei krebskranken Kindern3. September 2025 Foto: © SewcreamStudio/stock.adobe.com Eine Akute Nierenfunktionseinschränkung (AKI) tritt laut einer aktuellen Studie bei krebskranken Kindern häufig auf und ist stark mit einem erhöhten Risiko für Chronische Nierenkrankheiten (CKD) verbunden. Eine aktuelle Studie um Erstautorin Paulien Raymakers-Janssen hat die Häufigkeit von AKI, die Auswirkungen nephrotoxischer Medikamente und den Zusammenhang zwischen AKI und der Entwicklung von CKD untersucht. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nephrology Dialysis Transplantation“ veröffentlicht. In dieser retrospektiven nationalen Kohortenstudie analysierten die Wissenschaftler 1525 pädiatrische Krebspatienten, die zwischen 2015 und 2021 im Princess Máxima Center (Niederlande) behandelt wurden. Die Klassifizierung der AKI erfolgte anhand der KDIGO-Kriterien auf Basis des Serumkreatinins. Die Wirkung nephrotoxischer Medikamente und anderer Risikofaktoren auf die Inzidenz und das Fortschreiten einer AKI wurde mithilfe eines ursachenspezifischen Risikoregressionsmodells bewertet. Die kumulative Inzidenz von AKI wurde mithilfe eines konkurrierenden Risikomodells mit dem Tod als konkurrierendem Ereignis geschätzt. Der Einfluss von Risikofaktoren auf CKD, definiert als eine eGFR < 90 ml/min/1,73 m² ein Jahr nach der Krebsbehandlung, wurde mithilfe einer logistischen Regression bewertet. Die Forscher schlossen 1525 Patienten ein, von denen 37 Prozent eine AKI hatten. Mehrere Risikofaktoren im Fokus Ein konkurrierendes Risikomodell identifizierte die Behandlung mit Ifosfamid, Amphotericin B, Aciclovir und Busulfan als starke, unabhängige Risikofaktoren für eine erste AKI-Episode. Auch ein höheres Alter war mit einem erhöhten Risiko für eine AKI verbunden. Bei der Nachuntersuchung nach einem Jahr (n = 1.159) hatten 13,6 Prozent eine CKD (eGFR < 90 ml/min/1,73 m²) und 2,8 Prozent eine eGFR < 60. Eine AKI, die während der Behandlung aufgetreten war, war der stärkste Prädiktor für CKD: Eine einzige AKI-Episode erhöhte das Risiko um das 2,6-Fache, während mehrere Episoden das Risiko fast um das 16-Fache erhöhten. Eine Nephrektomie wurde ebenfalls als unabhängiger Risikofaktor für CKD identifiziert. Die Forscher resümieren die Ergebnisse: AKI tritt bei krebskranken Kindern häufig auf und ist stark mit einem erhöhten Risiko für CKD verbunden. Bei Hochrisikopatienten, insbesondere bei Patienten mit nephrotoxischen Medikamenten, mehreren AKI-Episoden oder einer früheren Nephrektomie, ist die Aufklärung über das Risiko von AVR entscheidend. „Umfassende Überwachungsstrategien sollten bei der Diagnose, während der Therapie und in der Nachbehandlungsphase implementiert werden, um eine frühzeitige Erkennung und rechtzeitige Intervention zu ermöglichen und so letztendlich das Risiko einer AKI und ihrer Entwicklung zu einer CKD zu verringern“, betonen die Autoren. (ri/BIERMANN)
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