Aktionsplan Wiederbelebung: Erfolgreicher parlamentarischer Austausch in Berlin5. Juli 2023 Teilnehmende beim parlamentarischen Austausch (v.l.): Bernd Böttiger, Janosch Dahmen MdB, Nadine Rott, Burkhard Dirks, Marc-Pierre Möll, Michael Müller. Foto: ©GRC Welche konkreten Maßnahmen werden benötigt, um das Überleben nach Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland zu verbessern? Über den „Aktionsplan Wiederbelebung“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik und gesundheitsbezogenen Institutionen auf Einladung des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) bei einem parlamentarischen Austausch in Berlin. 70.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland am plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Tausende Menschenleben könnten zusätzlich gerettet werden, wenn frühzeitig mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden würde. Bis der Rettungsdienst da ist, ist es leider fast immer zu spät, denn auf die ersten Minuten kommt alles an. Daher müssen Laien am besten immer mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen bevor der Rettungsdienst eintrifft. So fordert der GRC: Die Einführung eines deutschlandweit verpflichtenden Schulunterrichts in Wiederbelebung, Flächendeckende telefonische Anleitung zur Herzdruckmassage durch Leitstellen und Deutschlandweite Etablierung von Systemen mit Ersthelferinnen und Ersthelfern, die vor dem Rettungsdienst eintreffen. Die Veranstaltung am 22.06.2023 stand unter der Schirmherrschaft von Herrn Dr. Janosch Dahmen, MdB, Gesundheitspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen, und wurde in Kooperation mit dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) ausgetragen. Rund 30 Politikerinnen und Politiker sowie Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Wiederbelebung waren dabei und diskutierten lebhaft über Möglichkeiten, wie z.B. das Wissen über und die Ausbildung von Laien in Wiederbelebung in verschiedenen Lebensbereichen (z.B. in der Schule und am Arbeitsplatz) gefördert werden können. Prof. Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des GRC und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Uniklinik in Köln, erläuterte: „Unsere Reanimationsleitlinien haben seit Jahren klare Empfehlungen für alle Beteiligten und für die Politik. Wir müssen gerade in Deutschland noch vieles tun mit Blick auf einen frühen Beginn von Wiederbelebungsmaßnahmen. So können wir bei uns in jedem Jahr 10.000 Menschenleben zusätzlich retten.“ Der BVMed äußerte dazu: „Neben der Herzdruckmessage ist der zeitnahe Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) der Lebensretter. Er kann von jedem bedient werden, ist aber hierzulande viel zu selten in Reichweite. Wir setzen uns deshalb dafür ein, AED in öffentlichen und großen Gebäuden und Arbeitsstätten verpflichtend anzubringen. Außerdem brauchen wir ein einheitliches AED-Register in Deutschland. Wiederbelebung geht uns alle an. Das ist eine Gemeinschaftaufgabe zwischen Bund- und Landespolitik, Patient*innen- und Ärztinnenvertretungen sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem GRC“, betonte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll. „Es gibt zahlreiche konkrete Möglichkeiten auf Landes- sowie auf Bundesebene, um diese Themen auch kurzfristig nachhaltig voranzubringen. Es geht um sehr viele Menschenleben, die gerettet werden können“, hob Böttiger hervor.
Mehr erfahren zu: "Mehr als 200 Abgeordnete für neue Organspende-Regeln" Mehr als 200 Abgeordnete für neue Organspende-Regeln Wie können mehr lebensrettende Spenderorgane wie Nieren und Lebern organisiert werden? Im Bundestag wird eine Initiative dazu konkreter.
Mehr erfahren zu: "Nach der Narkose: Weibliche Gehirne reagieren anders auf Ketamin" Nach der Narkose: Weibliche Gehirne reagieren anders auf Ketamin Während einer Ketamin-Narkose verstummen die Nervenzellen, beim Erwachen vernetzen sie sich neu. Forschende konnten nun erstmals nachweisen, dass Immunzellen im Gehirn bei diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielen – mit […]
Mehr erfahren zu: "Bundesumweltminister Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern" Bundesumweltminister Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern Der Bundesumweltminister will dem Bund mehr Handlungsspielraum beim Umgang mit steigenden Temperaturen geben. Der Weg dahin wäre aber gar nicht so einfach.