Aktivierung: Tuberkulose-Infektion und Krebs-Immuntherapie4. März 2020 Lungenschäden durch Tuberkuloseinfektion. (Foto: © University of Southampton) Forscher der Universität Southampton (Großbritannien) haben herausgefunden, wie die neuen Checkpoint-Inhibitor-Therapien gegen Krebs bei einigen Patienten eine Tuberkulose aktivieren können. Überraschenderweise, so berichten die Autoren, könne die Immunaktivierung mit Checkpoint-Inhibitoren manchmal zu einer schnell fortschreitenden Tuberkulose führen. Sie beschrieben bereits 2018 im „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ einen der frühesten Fälle von Immuntherapie-assoziierter Tuberkulose. Um die Mechanismen zu verstehen, die diesem neuen Phänomen zugrunde liegen, verwendete Dr. Liku Tezera von der Universität Southampton, der das Projekt leitete, ein dreidimensionales Zellkulturmodell. Das Ziel war es, zu ermitteln, wie sich Checkpoint-Inhibitoren auf die Fähigkeit des Immunsystems auswirken, die Tuberkulose-auslösenden Bakterien in Schach zu halten. Die Ergebnisse des Forscher-Teams zeigen, dass die Gabe eines PD1-Hemmers zu einer übermäßigen Immunantwort führte, die das Wachstum der Bakterien tatsächlich verstärkte. Die Beteiligung von PD-1 an der natürlichen Immunantwort auf Tuberkulose-Infektionen bei Patienten wurde bei langjährigen Mitarbeitern am Africa Health Research Institute (AHRI) in Durban (Südafrika) nachgewiesen. „Dies ist ein bedeutsames neu auftretendes klinisches Phänomen“, unterstreicht Tezera. „Wenn wir den Prozess verstehen, der zu einer verstärkten Zunahme von Tuberkulose-Erregern führt, können wir bestimmen, welche existierenden Therapien eingesetzt werden könnten, um die Schwere der Infektion zu verringern und die Fortsetzung der Krebsbehandlung zu ermöglichen.“ „Somit ließen sich die Outcomes verbessern, wenn diese überraschende Nebenwirkung neuer Immuntherapien gegen Krebserkrankungen auftritt“, ergänzt der Mediziner. Die Arbeitsgruppe strebt derzeit die Einrichtung eines nationalen Registers an, um die tatsächliche Inzidenz dieses Phänomens zu erfassen. Die Forscher entwickeln außerdem ein Laborsystem, mit dem sich vorhersagen lässt, welche anderen neuen Krebstherapien einen ähnlichen Effekt haben könnten.
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