Rezidivierende oder refraktäre solide Tumore: Was bringt Nivolumab in ultraniedriger Dosierung?20. Februar 2026 Foto: magele-picture/stock.adobe.com Bei Patienten mit rezidivierten oder refraktären soliden Tumoren verbessert Nivolumab in ultraniedriger Dosierung das Gesamtüberleben, verglichen mit der Standardchemotherapie. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Mit ihrer randomisierten Phase-III-Studie ging das Team um Dr. Vanita Noronha vom Tata Memorial Hospital in Mumbai (Indien) der Frage nach, ob Nivolumab in ultraniedriger Dosierung einer Standardchemotherapie überlegen ist. Ihre Ergebnisse haben Noronha et al. aktuell im „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht. Die offene Studie schloss 500 Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren und einem ECOG-Status von 0–1 sowie einer Progression nach mindestens einer vorangegangenen systemischen Therapie ein. Die Studienteilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert. Sie wurden entweder mit Nivolumab in ultraniedriger Dosierung (20 mg intravenös alle 2 Wochen) oder einer Standardchemotherapie (Docetaxel oder Paclitaxel, abhängig vom Tumortyp) behandelt. Ihre Therapie erhielten die Patienten entweder bis zur Progression oder zum Auftreten inakzeptabler Toxizität. Als primären Endpunkt legten die Autoren das Gesamtüberleben (OS) fest. Nivolumab in ultraniedriger Dosierung verbessert Gesamtüberleben Die meisten Patienten litten an Kopf-Hals-Tumoren (52 %) oder Lungenkrebs (36 %) als Primärtumor. Bei 53 % aller Patienten waren bereits Metastasen vorhanden. Die mediane Anzahl vorheriger Therapielinien betrug eine (Spanne: 1–8). Allerdings hatten 29 Prozent der Studienteilnehmer zwei oder mehr Vortherapielinien erhalten. Das mediane OS betrug in der Nivolumab-Gruppe 5,88 Monate (95 %-Konfidenzintervall [KI]: 4,99–7,13 Monate) gegenüber 4,70 Monaten (95 %-KI: 3,91–5,65 Monate) in der Chemotherapie-Gruppe (Hazard Ratio [HR] 0,80; 95 %-KI 0,66–0,97; p=0,022). Die Ein-Jahres-Überlebensraten lagen bei 27,3 beziehungsweise 16,9 Prozent. Die HRs für das OS betrugen 0,86 (95 %-KI = 0,67–1,11) bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren und 0,77 (95 %-KI 0,59–1,01) bei Patienten mit anderen Krebsarten. Das mediane progressionsfreie Überleben fiel für beide Gruppen ähnlich aus: Es lag in der Nivolumab-Gruppe bei 2,04 Monaten (95 %-KI 2,00–2,10) und unter Chemotherapie bei 2,09 Monaten (95 %-KI 2,04–2,17) (HR 1,03; 95 %-KI 0,86–1,23; p=0,77). Schwere Nebenwirkungen weniger häufig, Lebensqualität besser Mit Blick auf die Toxizität schnitt die Immuntherapie im Vergleich zur Chemotherapie besser ab: So kam es bei 42,5 Prozent der Patienten der Nivolumab-Gruppe zu schweren Nebenwirkungen und bei 60,8 Prozent der Patienten unter Chemotherapie (p<0,001). Am häufigsten beobachteten die Studienautoren in beiden Gruppen eine Hyponatriämie (28,6 % vs. 40,5 %). Der allgemeine Gesundheitszustand verbesserte sich im Laufe der Zeit in beiden Gruppen (p < 0,001). Allerdings verlief die Entwicklung in der Nivolumab-Gruppe günstiger (p=0,014). „Nivolumab in ultraniedriger Dosierung verbessert das OS im Vergleich zur Chemotherapie bei vorbehandelten soliden Tumoren signifikant, geht mit weniger schweren Toxizitäten und einer besseren Lebensqualität einher“, schreiben die Autoren. Sie betonen außerdem, dass die Ergebnisse eine Neubewertung der Dosierungsstrategien für Immun-Checkpoint-Inhibitoren unterstützen und den weltweiten Therapie-Zugang verbessern könnten. (ja/BIERMANN)
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