Akute Nierenfunktionseinschränkung: Bestimmte Makrophagen können Toxin-bedingte Entzündungen begrenzen25. September 2025 Foto: © MdBabul/stock.adobe.com Ein Tiermodell aus Südkorea unterstreicht die Rolle von in der Niere ansässigen Makrophagen (KRMs) bei der Modulation von Nierenkrankheiten und der Minderung des Risikos einer toxinbedingten akuten Nierenfunktionseinschränung (AKI). Der entzündliche Phänotyp der AKI, gekennzeichnet durch eine interstitielle Infiltration von Immunzellen, entsteht durch nephrotoxische Substanzen. Allerdings besteht nicht bei jedem Menschen das gleiche Risiko für das Auftreten und Fortschreiten der Erkrankung, erklären die Autoren. Dies lasse darauf schließen, dass die Verstärkung oder Abschwächung der Erkrankung vom individuellen immunologischen Status der jeweiligen Niere abhängt. Hier untersuchte die neue Studie die regulatorische Rolle von in der Niere ansässigen Makrophagen (KRMs) bei der Induktion und dem Fortschreiten einer durch Toxine verursachten AKI. Die Forscher um den Erstautoren Minki Hong vom Seoul National University College of Medicine (Südkorea) haben die neuen Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Kidney International“ veröffentlicht. Fehlen fördert das Fortschreiten Zunächst verabreichten die Wissenschaftler um den Erstautoren Minki Hong vom Seoul National University College of Medicine (Südkorea) Mäusen Standard-Pelletfutter, das mit 0,2 Prozent Adenin ergänzt wurde oder nicht. Sie injizierten Antikörper gegen den Rezeptor des Kolonie-stimulierenden Faktors 1 in selektiv depletierte KRMs, während die Wissenschaftler aufgrund der unterschiedlichen Kinetik von KRMs und KiMs andere niereninfiltrierende Makrophagen (KiMs) über einen längeren Zeitraum konservierten. Die Forscher beobachteten, dass sich während der KRM-freien Periode apoptotische Zellen im Interstitium ansammelten, hauptsächlich aufgrund des Mangels an AXL-Rezeptor-Tyrosinkinase, die für die efferozytotische Funktion von KRMs entscheidend ist. Diese KRM-freie Niere mit apoptotischen Bruchteilen induzierte Stress in den umgebenden Tubuli und erhöhte dadurch die Anzahl p53-exprimierender und Schadensmarker (KIM-1)-positiver Zellen. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass KRM-freie Nieren eine erhöhte Produktion des Chemokins CCL5 aus Effektor-CD8+-T-Zellen zeigten und sie beobachteten eine erhöhte Rekrutierung von CCR5+-natürlichen Killerzellen. Dies geschah, weil die verbleibenden KiMs, die geringere Mengen des immunregulatorischen Proteins VISTA exprimierten als die KRMs, die Effektor-CD8+-T-Zellen zur Produktion von CCL5 stimulierten. „Die allgemeinen Veränderungen in der Niere aufgrund des Fehlens von KRMs machten die Niere letztendlich anfällig für das Auftreten und Fortschreiten einer toxinbedingten AKI“, resümieren die Autoren. Veränderungen der AKI-Ergebnisse im Zusammenhang mit der AXL- und VISTA-Expression in mononukleären Phagozyten der Niere seien auch in menschlichem Nierengewebe beobachtet worden, fügen sie hinzu. (ri/BIERMANN)
Mehr erfahren zu: "Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel?" Weiterlesen nach Anmeldung Intensive Blutdrucksenkung bei Hochrisikopatienten: Wie praktikabel ist das 120-mmHg-Ziel? Für Hochrisikopatienten wird die konsequente Senkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 120 mmHg empfohlen. Doch ist dieses Ziel realistisch umsetzbar?
Mehr erfahren zu: "Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent" Weiterlesen nach Anmeldung Blutdrucksenkung bei CKD: Kardiovaskulärer Nutzen über alle Krankheitsstadien konsistent Der relative Nutzen einer Blutdrucksenkung im Hinblick auf die Senkung des kardiovaskulären Risikos ist bei Patienten mit und ohne chronische Nierenkrankheit (CKD) ähnlich – und zwar über das gesamte Spektrum […]
Mehr erfahren zu: "Verträglichkeit von Blutdrucksenkern: Deutliche Unterschiede bei Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen" Weiterlesen nach Anmeldung Verträglichkeit von Blutdrucksenkern: Deutliche Unterschiede bei Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bei blutdrucksenkenden Medikamenten tragen erheblich zu einer Unterbehandlung und schlechten Blutdruckkontrolle bei. Eine umfassende Netzwerk-Metaanalyse untersuchte nun systematisch das Risiko von Therapieabbrüchen sowie spezifische Nebenwirkungen der fünf […]