ALCL-Lymphom: Kombinationstherapie zur Vermeidung von Behandlungsresistenzen ratsam16. Juli 2020 Ein Großteil der ALCL-Patienten spricht zwar auf die standardmäßige Chemotherapie an, jedoch erleiden mehr als 50 Prozent der Patienten mit ALCL ein Rezidiv. (Foto: © Pixel-Shot) Ein generelles Problem der Krebstherapie ist, dass viele Patienten im Laufe einer Behandlung Resistenzen gegenüber einem Wirkstoff entwickeln können. Im Fall des anaplastischen großzelligen Lymphoms (ALCL) hat nun ein internationales Forschungsteam einen spezifischen Abwehrmechanismus gegen ALK-Inhibitoren entdeckt, der das Tumorwachstum begünstigt. Vom seltenen ALCL-Lymphom sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen, bei denen das Onkogen Anaplastische Lymphom-Kinase (ALK) in abnormer Weise exprimiert ist. Als Experten für die molekularen Prozesse beim ALCL-Lymphom analysierte das Team um Kenner für die aktuelle Studie gemeinsam mit Suzanne Turner sowie Wissenschaftern und Medizinern aus England, Frankreich, Italien, Deutschland, den USA, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem St. Anna Kinderspital anhand von Tumorzellkulturen, welche Prozesse bei Resistenzen gegenüber Medikamenten ablaufen. Ein Großteil der ALCL-Patienten spricht zwar auf die standardmäßige Chemotherapie an, jedoch erleiden mehr als 50 Prozent der Patienten mit ALCL ein Rezidiv. Als nächster Schritt werden dann ALK-Inhibitoren verabreicht; allerdings bilden sich bei einigen Patienten Resistenzen auf die Blockade von ALK, und der Tumor breitet sich erneut aus. Die Forscher konnten nun nachweisen, dass eine erhöhte Expression eines Proteins namens IL-1ORA, das an der Oberfläche von Tumorzellen sitzt, die Tumorzelle vor den ALK-Inhibitoren schützt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass diese IL-1ORA-Expression nicht mit dem Ansprechen auf eine Standard-Chemotherapie korreliert. Die Konsequenz aus dieser Beobachtung könnte nach Kenner in einer modifizierten Therapieform liegen. Kenner: „Es wäre sinnvoll, bereits im ersten Schritt eine Kombination aus Chemotherapie und ALK-Inhibitoren einzusetzen, um Patientinnen und Patienten möglichst vor Rückfällen zu bewahren“.
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