Allergisches Asthma: Patienten benötigen häufiger Antibiotika gegen Atemwegsinfekte9. April 2018 © Grycaj – fotolia.com Atemwegsinfekte und Allergien gelten als Risikofaktoren für die Exazerbation von Asthma – vor allem, wenn beide Bedingungen gemeinsam vorliegen. Zugleich gibt es Hinweise, dass Patienten mit Asthma eine eingeschränkte angeborene Immunität gegenüber bakteriellen Infektionen und damit ein erhöhtes Risiko für eine Besiedelung der Atemwege durch Bakterien haben. Nun zeigt eine aktuelle Studie dänischer Wissenschaftler, dass Patienten mit allergischem Asthma tatsächlich häufiger Antibiotika gegen Atemwegsinfekten erhalten als Patienten, deren Asthma nicht allergisch bedingt ist. Die Forscher um Christian Woehlk vom Bispebjerg Hospital in Kopenhagen hatten die Daten von mehr als 60.000 dänischen Asthmapatienten aus den Jahren 2012 bis 2013 ausgewertet. Die Patienten waren zwischen 18 und 44 Jahre alt und litten entweder unter nicht allergischem (51,5 %) oder allergischem (48,5 %) Asthma. Dabei zeigte sich, dass Patienten mit allergischem Asthma häufiger orale Kortikosteroide von ihrem Arzt erhielten als Patienten mit nicht allergischem Asthma. Zudem war ihr Risiko höher, wegen einer Exazerbation ihres Asthmas die Notaufnahme aufzusuchen oder stationär behandelt zu werden. Bei allergischem Asthma war das Risiko für eine infektbedingte Verschlechterung des Asthmas außerdem um 27 Prozent erhöht (OR 1,27, 95 %-KI 1,18-1,37). Erhielten die Allergiker eine spezifische Immuntherapie, sank ihr Risiko für eine infektbedingte Exazerbation ihres Asthmas auf das Niveau von Patienten mit nicht allergischem Asthma (OR 0,9, 95 %-KI 0,65-1,24). Die Auswertung der Antibiose-Verschreibungen für die Studienteilnehmer ergab, dass allergisches Asthma mit einem höheren Risiko einher ging, mindestens zwei Rezepte für Antibiotika pro Jahr zu erhalten, als nicht allergisches Asthma (Odds Ratio 1,28, 95 %-Konfidenzintervall 1,24-1,33; p = 0,0001). Eine Immuntherapie senkte das Risiko einer Antibiotika-Verschreibung hingegen deutlich (OR 0,76, 95 %-KI 0,66-0,87, p = 0,0001), wie eine Subgruppen-Analyse ergab. „Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass eine allergische Sensibilisierung bei Asthma ein potenziell beeinflussbarer Risikofaktor für Atemwegsinfektionen und damit verbundene Exazerbationen des Asthmas sind“, schlussfolgern die Autoren schlussfolgern aus ihren Ergebnissen. Eine spezifische Immuntherapie scheine vor diesen Risiken zu schützen.
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