Alltagsfallen erkennen: Heimtiere brauchen Schutz vor der Hitze

Viele Vögel kühlen sich gerne in einer Schale mit frischem Wasser ab. Foto: Herausgeber: ZZF Quelle: adobe stock 1474123214

Hohe Temperaturen belasten nicht nur Hunde und Katzen, auch Vögel und Kleinsäuger können ihre Körpertemperatur nur in gewissen Grenzen regulieren. Der Zentralverband der Heimtierbranche e.V. (ZZF) rät Tierhaltern deshalb, ihre Heimtiere jetzt besonders aufmerksam zu beobachten und gezielt vor Hitze zu schützen.

Spätestens wenn Hunde auf heißem Asphalt nur noch trippeln und ihre Pfoten abwechselnd anheben, ist besondere Vorsicht geboten. Lecken Hunde oder Katzen auffallend häufig an geröteten oder geschwollenen Pfoten oder humpeln sie nach einem Spaziergang, können verbrannte Ballen die Ursache sein. Dann sollte das Tier tierärztlich untersucht werden. Wenn wir Menschen barfuß auf dem heißen Asphalt nicht laufen können, sollten Hunde den Weg ebenso unbedingt vermeiden.

Wasser muss immer zur Verfügung stehen

„Hunde können nicht wie wir Menschen über die Haut schwitzen. Bei Hitze sollten Spaziergänge mit dem Hund daher in frühe Morgen- und späte Abendstunden verlegt werden“, empfiehlt Selina Schlierenkamp, wissenschaftliche Fachreferentin für Heimtiere beim ZZF. Hunde verbrauchen durch das Hecheln mehr Wasser, daher muss frisches Wasser jederzeit verfügbar sein. Die Vierbeiner benötigen zudem Schatten und kühle Liegeplätze. Im Zoofachhandel gibt es Hundepools, Kühlmatten oder Kühlwesten, die zusätzlich für angenehme Abkühlung sorgen. „Wenn die Tiere extrem hecheln, Atemnot zeigen, schwanken oder apathisch wirken, sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden“, rät die Tierwissenschaftlerin.

Tiere in Käfigen nie direkter Sonneneinstrahlung aussetzen

Für Tiere, die in Volieren oder Gehegen gehalten werden, gilt: Sie dürfen weder in der prallen Sonne noch direkt vor Fenstern stehen. Ventilatoren oder Klimaanlagen sollten nicht direkt auf die Tiere gerichtet sein. Feuchte Tücher zur Abkühlung dürfen Gehege niemals vollständig abdecken, damit die Luft weiter zirkulieren kann und kein Wärmestau entsteht.

Kreislaufsymptome beim Vogel ernst nehmen

Vögel freuen sich an heißen Tagen über Möglichkeiten zur freiwilligen Abkühlung. Viele Arten baden gerne in einer flachen Schale mit frischem Wasser oder schütteln sich an feuchten Salatblättern oder Kräutern, um das Tropfwasser zur Abkühlung zu nutzen. Trinkwasser sollte täglich, bei großer Hitze auch mehrmals täglich, erneuert werden. Einige Vögel genießen feinen Sprühnebel, der jedoch aus Entfernung aus einer sauberen Sprühflasche abgegeben werden sollte. 

„Atmet ein Vogel mit geöffnetem Schnabel, spreizt die Flügel weit vom Körper ab, wirkt apathisch oder verliert das Gleichgewicht, sollte er möglichst schnell tierärztlich behandelt werden”, erklärt Jessica Link, Fachtierärztin für Wirtschafts-, Wild- und Ziergeflügel. „Bis zum Transport sollte der Vogel langsam in eine kühlere Umgebung wie ein kühleres, dunkles Zimmer gebracht werden.”

Kaninchen und Co. – Wasser und Schatten essenziell

Vor allem Kaninchen und Meerschweinchen reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen über etwa 25 Grad. Wie Hunde können sie nicht schwitzen. Deshalb brauchen sie schattige Rückzugsorte und frisches Wasser. Fliesen oder Steinplatten im Gehege oder Keramikhäuschen bleiben länger kühl. Auf keinen Fall sollten die Tiere mit kaltem Wasser übergossen werden. Tierhalter sollten frisches Futter wie Gurke, Zucchini oder Kräuter bei Hitze häufiger kontrollieren und entfernen, damit es nicht verdirbt.

„Wenn Kleinsäuger angestrengt atmen, ausgestreckt ohne Reaktion liegen, taumeln oder krampfen, handelt es sich um einen medizinischen Notfall“, warnt Jessica Link. Das Tier sollte vorsichtig in einen kühleren Bereich gebracht und langsam – etwa mit feuchten Tüchern – gekühlt werden und anschließend tierärztlich untersucht werden.

Für alle Heimtiere gilt: Frisches Wasser, Schatten und eine gute Luftzirkulation sind die wichtigsten Voraussetzungen, um gut durch die Sommerhitze zu kommen.