ALM: „Labordiagnostik als Schlüssel zur frühzeitigen Hepatitis-Erkennung bewahren“28. Juli 2025 Foto: © luchschenF/stock.adobe.com Die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) nehmen den Aktionstag des Welt-Hepatitis-Tages zum Anlass, auf die Rolle der fachärztlichen Labordiagnostik bei der Früherkennung von Virushepatitis hinzuweisen. „Labormedizin ist unverzichtbar für eine moderne, patientenzentrierte Versorgung – das muss auch bei Reformen wie der GOÄ oder der geplanten Ambulantisierung berücksichtigt werden“, erklärt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM. „Wir dürfen im Kampf gegen Hepatitis nicht an der falschen Stelle sparen – nur, wenn medizinisch notwendige Labortests rechtzeitig und flächendeckend durchgeführt werden, lassen sich Leben retten und hohe Folgekosten für unser Gesundheitssystem vermeiden. Dafür braucht Labormedizin verlässliche Rahmenbedingungen“, mahnt der Labormediziner. „Versorgung sichern statt kaputtsparen“ Michael Müller, 1. Vorstandsvorsitzender des ALM. (Foto: © ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin e.V.) Nach Ansicht der ALM trägt die Labordiagnostik mit weniger als drei Prozent an den Ausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung wesentlich zur Kostenkontrolle bei – und sei dabei systemrelevant. Die Experten befürchten aber durch Reformen wie die EBM-Laborreform oder den GOÄ-Entwurf „Einschnitte, die gerade in der Fläche Konsequenzen hätten“. Müller warnt daher: „Wenn medizinisch notwendige Tests aus wirtschaftlichen Gründen unterbleiben, gefährdet das die Patientensicherheit und schwächt die Versorgung.“ Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund von Ambulantisierungstendenzen und Strukturveränderungen im Primärarztsystem. Der ALM hebt in einer aktuellen Mitteilung die Bedeutung einer flächendeckenden, qualitätsgesicherten und patientenorientierten Koordination diagnostischer Leistungen hervor – dies sei gerade in einer stärker ambulant ausgerichteten Versorgung der Fall. Dabei spielen medizinische Labore laut dem Fachverband eine zentrale Rolle: Sie stellten sicher, dass notwendige Diagnostik zeitnah, indikationsgerecht und unabhängig von einzelnen Versorgungssektoren erfolgt. „Labordiagnostik ist kein nachgelagerter Service, sondern ein strategischer Bestandteil einer koordinierten, präventionsorientierten Patientenversorgung“, unterstreicht Müller. Hepatitis-Vorsorge durch Labordiagnostik Anlässlich des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages weist der ALM auf den wichtigen Beitrag zur Patientenversorgung hin, den die medizinischen Labor leisten: Durch die Diagnostik in den Laboren ließen sich diese Infektionen frühzeitig erkennen, noch bevor Symptome auftreten. Seit 2021 ist das Hepatitis-Screening Teil des Gesundheits-Check-ups und im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) fest verankert. „Dank der hochqualitativen labordiagnostischen Tests konnten seitdem Tausende bislang unentdeckte Hepatitis-Fälle frühzeitig erkannt und behandelt werden“, betont der ALM. Und Müller betont: „Diese gezielte Vorsorge funktioniert – aber sie funktioniert nur mit qualitätsgesicherter, fachärztlicher Labordiagnostik. Die Labore sind das Rückgrat einer effektiven Patientenversorgung, indem sie eine zuverlässige Grundlage für Diagnose, Behandlung und Prävention schaffen. Ihre Arbeit ist essenziell, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und die Versorgung auf hohem Niveau sicherzustellen.“ ALM: „Industrielle Gesundheitswirtschaft braucht starke ärztliche Labormedizin“ „Vertreter der SPD-Regierungsfraktion betonten kürzlich das Ziel, die industrielle Gesundheitswirtschaft zu stärken – so wie es auch im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Doch ohne eine leistungsfähige, medizinisch verankerte Labordiagnostik in der Hand der Ärzteschaft bleibt dieses Vorhaben eher ein Lippenbekenntnis“, fährt Müller fort. Labore seien nicht Diagnostikdienstleister, sondern das fachärztliche Rückgrat einer resilienten, patientennahen Gesundheitsversorgung. „Wir brauchen keine Sparrunden, sondern eine strategische Stärkung – im Interesse der Patientinnen und Patienten, aber auch des Standorts Deutschland.“
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