Alterndes Immunsystem: Neuer Therapieansatz bei Lungenfibrose erforscht31. März 2025 Abbildung: © Rama/stock.adobe.com Ein Forschungsteam von der Medizinischen Universität (MedUni) Wien (Österreich) hat entdeckt, dass ein alterndes Immunsystem wesentlich zu Entstehung und Verlauf einer Idiopathischen Lungenfibrose (IPF) beiträgt. Die Studie legt laut den Autoren den Grundstein für die Entwicklung neuer, auf Immunmodulation basierender Therapien. Im Rahmen der Forschungsarbeit konnte das Team um Prof. Sylvia Knapp und Riem Gawish (Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien) erstmals die Bedeutung des Alters bestimmter Immunzellen in Zusammenhang mit der Entwicklung von IPF zeigen. Gezielte Verjüngung des Immunsystems Wie die aktuellen Untersuchungen der Forschenden ergaben, sind entgegen der bisherigen Meinung nicht primär die Lungenstrukturzellen selbst für das mit den Jahren steigende IPF-Risiko verantwortlich, sondern das alternde Immunsystem. Am Mausmodell konnte gezeigt werden, dass die Transplantation alter Immunzellen die Fibrose bei jungen Tieren verschlimmert, während eine gezielte Verjüngung des Immunsystems die Erkrankung bei älteren Artgenossen verhindert. Als Grund führen die Wissenschaftler an, dass im Alter vermehrt profibrotische Makrophagen in die Lungen wandern und dort die krankhafte Bindegewebsbildung verstärken. Gleichzeitig mangelt es an der notwendigen Aktivierung von regulatorischen T-Zellen. Diese produzieren im Alter weniger von dem anti-inflammatorischen Faktor Interleukin-10, was zum weiteren Fortschreiten der Erkrankung beiträgt. „Das von T-Zellen produzierte Interleukin-10 ist wichtig, um die profibrotischen, also die Fibrose fördernden Eigenschaften von Makrophagen zu unterdrücken, und genau dieser wichtige Mechanismus scheint im Alter nicht mehr zu funktionieren“, erklärt Erstautorin Asma Farhat. Mit diesen Erkenntnissen haben die Autoren nach eigener Auffassung die Grundlage für einen innovativen Therapieansatz geschaffen, der auf der Modulation von Immunzellen basiert und eine Alternative zur Lungentransplantation bieten könnte. Um die Ergebnisse zu überprüfen und den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen, seien vertiefende Studien erforderlich.
Mehr erfahren zu: "ASCO 2026: Ivonescimab verbessert Überleben beim squamösen NSCLC" Weiterlesen nach Anmeldung ASCO 2026: Ivonescimab verbessert Überleben beim squamösen NSCLC Die neuesten Ergebnisse der HARMONi-6-Studie zeigen, dass Ivonescimab plus Chemotherapie das Gesamtüberleben (OS) beim fortgeschrittenen squamösen Nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) unabhängig vom Spiegel des PD-L1-Proteins verlängert, verglichen mit Tislelizumab plus Chemotherapie.
Mehr erfahren zu: "Neue Studie bestätigt Wirksamkeit der Grippeimpfung bei Kindern" Neue Studie bestätigt Wirksamkeit der Grippeimpfung bei Kindern Grippeimpfstoffe für Kinder reduzieren die Zahl der Grippefälle im Kindesalter erheblich, wie eine neue Studie der Harvard Medical School (USA) bestätigt. Die in „JAMA Pediatrics“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass auf […]
Mehr erfahren zu: "Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland" Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland 900 Millionen Euro, die eigentlich für hiesige Standorte des Pharma-Konzerns Boehringer Ingelheim vorgesehen waren, werden nun in anderen Weltregionen investiert. Der Unternehmenschef wählt klare Worte.