Altes Erbe vom Vater

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Was die Eltern dem Kind in die Wiege legen, ist mehr als die klassische Erbsubstanz: Auch ein zweiter Code – epigenetische Veränderungen durch Alter und Umweltfaktoren – können an die nächste Generation weitergegeben werden. Die epigenetische Prägung erfolgt zum großen Teil im Mutterleib. Doch auch Einflüsse des Vaters können sich auf die Gesundheit der Nachkommen auswirken.

Zumindest bei Nachkommen von gealterten Mäusemännchen wurden eine verkürzte Lebensdauer und ausgeprägtere Alterserscheinungen gezeigt. Prof. Dan Ehninger und sein Team am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn sind den Mechanismen auf der Spur, wie diese Veranlagung zustande kommt und weitergegeben wird.

Ziel der Forscher ist es herauszufinden, ob und mit welchen Interventionen sich die generationen-übergreifende Weitergabe beeinflussen lässt. So wird untersucht, ob Ernährungsfaktoren diese generationsübergreifenden Auswirkungen korrigieren können.

Münsteraner Forscher haben bei den Spermien altersabhängige Effekte auf die epigenetische Prägung (Methylierungsstatus der Erbsubstanz) nachgewiesen. Wie Dr. Sandra Laurentino vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie in einem Posterbeitrag zum 9. Kongress des Dachverbandes Reproduktionsbiologie und –medizin (DVR) aufzeigte, unterscheiden sich diese alters-assoziierten Veränderungen in den Keimzellen deutlich von denjenigen, die bei „normalen“ Körperzellen zu identifizieren sind.