Alzheimer-Demenz: Neue geschlechtsspezifische Biomarker im Blut entdeckt

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Obwohl sowohl Männer als auch Frauen mit zunehmendem Alter kognitive Veränderungen erfahren, gibt es entscheidende Unterschiede in den biologischen Mechanismen, die dem kognitiven Abbau zwischen den Geschlechtern zugrunde liegen. Eine Forschung hat hierbei neue Blutmarker bei Frauen entdeckt.

In einer neuen Studie der Boston Chobanian & Avedisian School of Medicine (CAMED), USA, haben Forscher bestimmte Blutmarker – insbesondere niedrigere Plasmaspiegel von Adiponektin und höhere Nüchtern-Blutzuckerwerte – ermittelt, die mit einem schnelleren Gedächtnisverlust im mittleren Alter in Verbindung stehen. Insbesondere zwei Marker, ein höherer HbA1c-Wert und ein höherer Plasmainsulinspiegel, wurden bei Frauen, nicht aber bei Männern, signifikant mit einem schnelleren Gedächtnisverlust in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia: Diagnosis, Assessment & Disease Monitoring“ veröffentlicht.

„Neben der Lebenserwartung kann die geschlechtsspezifische Ungleichheit bei Demenz auch durch mehrere Faktoren beeinflusst werden, wie sozioökonomische Risikofaktoren, Entzündungen, reproduktive Marker und das Amyloid-β-Protein42 (Aβ42). Daher ist es von entscheidender Bedeutung, Blut-Biomarker zu untersuchen, die möglicherweise unterschiedliche Assoziationen mit kognitiven Veränderungen bei Männern und Frauen aufweisen, um die der Demenz zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und wirksame Interventionen zu entwickeln“, erklärt Huitong Ding, Postdoktorandin an der CAMED.

Anhand der Daten der Framingham Heart Study (FHS) untersuchten die Forscher bei 793 Teilnehmern mittleren Alters verschiedene Blutmarker und deren Zusammenhang mit Gedächtnis- und anderen kognitiven Veränderungen. Anschließend untersuchten sie die Zusammenhänge mit verschiedenen statistischen Methoden. Den Forschern zufolge ist dies die erste geschlechtsspezifische Analyse von Blut-Biomarkern im Zusammenhang mit Gedächtnisveränderungen im mittleren Lebensalter in einer prospektiven Kohortenstudie.

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, kardio-metabolische Risiken gezielt anzugehen, und wie wichtig es ist, spezifische Biomarker für die Lebensmitte zu validieren, die die Entwicklung primärer Präventionsstrategien beschleunigen können“, fügt Chunyu Liu, Professor für Biostatistik an der Boston University School of Public Health und Mitautor der Studie, hinzu. Die Forscher hoffen, dass ihre Studie zur Entwicklung gezielter kognitiver Präventionsstrategien führen wird, indem sie sich mit kardio-metabolischen Risiken im Zusammenhang mit Gedächtnisveränderungen im mittleren Alter befassen. Diese Strategien könnten ihrer Meinung nach den kognitiven Verfall verhindern und somit die lebenslange Gesundheit und das Wohlbefinden aller Menschen verbessern.

Diese Studie wurde durch den Cure Alzheimer’s Fund finanziert. Die Datenerhebung wurde durch N01-HC-25195, HHSN268201500001 und durch Zuschüsse (R01AG059727, R01AG016495, R01AG008122, RF1AG062109, U19AG068753) des National Institute on Aging unterstützt.