Alzheimer-Demenz: Neue Leitlinie zur Anwendung blutbasierter Biomarker22. Oktober 2025 © Mediteraneo – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Alzheimer’s Association hat eine Praxisleitlinie für die Verwendung von Blut-basierten Biomarkern (BBM) für die diagnostische Abklärung von Verdachtsfällen auf Alzheimer-Demenz (AD) in spezialisierten Einrichtungen veröffentlicht. In der Leitlinie kommen die Experten zu dem Schluss, dass BBM-Tests mit einer hohen Sensitivität und Spezifität als Triage-Test verwendet werden können. BBM-Tests mit einer sehr hohen Sensitivität und Spezifität (≥90%) können hingegen eine Amyloid-Positronen-Emissionstomographie (PET) oder die Liquoruntersuchung ersetzen. Der systematische Review konzentriert sich auf Personen mit objektiver kognitiver Beeinträchtigung, einschließlich solcher mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) oder Demenz, die von erfahrenem Fachpersonal untersucht wurden, wobei AD als zugrunde liegende Ätiologie vermutet wurde. Zu den untersuchten BBM gehörten Plasma-Phosphoryl-Tau(p-Tau)- und Amyloid-beta(Ab)-Tests zur Messung der folgenden Analyten: p-Tau217, Verhältnis von p-Tau217 zu Nicht-p-Tau217×100 (%p-Tau17), p-Tau181, p-Tau231 sowie Ab42/Ab40. Die Referenzstandardtests umfassten AD-Biomarker im Liquor, Amyloid-PET oder Neuropathologie. Die wichtigsten Empfehlungen der Leitlinie lauten: 1. BBM-Tests mit einer Sensitivität von ≥90% und einer Spezifität von ≥75% können als Triage-Test verwendet werden. 2. BBM-Tests mit einer Sensitivität und Spezifität von ≥90% können bei Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen die Amyloid-PET oder Liquoruntersuchungen bei denjenigen ersetzen, die sich wegen Gedächtnisstörungen in spezialisierter Behandlung befinden. Die Autoren der in „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlichten Leitlinie weisen allerdings darauf hin, dass die Genauigkeit der diagnostischen Tests erheblich variiert und viele im Handel erhältliche BBM-Tests die geforderten Schwellenwerte nicht erfüllen, insbesondere bei Verwendung eines einzigen Cut-off-Wertes. Darüber hinaus ersetzten diese Tests nicht die umfassende klinische Beurteilung durch einen Arzt und sollten nur als Teil einer vollständigen diagnostischen Abklärung von Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen verwendet werden, die sich in spezialisierten Einrichtungen in Behandlung befinden. Die Autoren der Leitlinie appellieren außerdem an Ärzte, sich über neue Entwicklungen, die die diagnostische Genauigkeit von BBMs weiter verbessern, auf dem Laufenden zu halten. (ej) Autoren: Palmqvist S et al. Korrespondenz: Malavika P. Tampi; [email protected]Studie: Alzheimer’s Association Clinical Practice Guideline on the use of blood-based biomarkers in the diagnostic workup of suspected Alzheimer‘s disease within specialized care settingsQuelle: Alzheimers Dement 2025 Jul;21(7):e70535.Web: https://doi.org/10.1002/alz.70535
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