AMD: DNA-Schäden sind ein Schlüsselfaktor11. Dezember 2024 Feuchte AMD. Symbolbild.©Prof. Dr. H. Busse/Universitätsklinikum Münster US-amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass die Anhäufung von DNA-Schäden in der Netzhaut entscheidend zur altersbedingten Makuladegeneration (AMD) beitragen. Eine gezielte Beeinflussung bestimmter Zelltypen der Netzhaut könnte das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder stoppen. Die Studie, welche unter der Leitung der University of California (UC), Irvine, USA, durchgeführt wurde, ist in der Fachzeitschrift „Aging Cell“ veröffentlicht worden. Sie zeigt, wie DNA-Schäden, ein Kennzeichen des Alterns, die Funktion der Netzhaut beeinträchtigen und den Sehverlust beschleunigen. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die entscheidende Rolle, die die Reparatur von DNA-Schäden bei der Erhaltung der Gesundheit der Netzhaut für eine gute Sehkraft spielt“, betonte die Koautorin Prof. Dorota Skowronska-Krawczyk, außerordentliche Professorin für Physiologie und Biophysik an der UC Irvine. „Da das Alter der stärkste Risikofaktor für AMD ist, sind tiefere Einblicke in die zugrundeliegende Biologie der Alterung des Auges für die Entwicklung wirksamer Therapien unerlässlich.“ Beziehung zwischen Netzhaut und retinalem Pigmentepithel Die Netzhaut verbraucht mehr Sauerstoff als jedes andere Gewebe im Körper. Zudem ist sie auf die Zellschicht des retinalen Pigmentepithels angewiesen, um richtig zu funktionieren. Durch die Lichtexposition und intensive Stoffwechselaktivität ist das Epithel sehr anfällig für oxidativen Stress und die Anhäufung von DNA-Schäden im Laufe der Zeit. Das Verständnis der Beziehung zwischen der Netzhaut und dem retinalen Pigmentepithel sowie der grundlegenden Mechanismen, die altersbedingte Veränderungen bewirken, ist entscheidend für die Entwicklung neuer Ansätze zur Bekämpfung der AMD. Mausmodell zeigt Veränderungen wie beim natürlichen Altern Das Team verglich ein Mausmodell mit verminderten Mengen an ERCC1-XPF, einem DNA-Reparaturenzym, mit jungen, gesunden Mäusen und natürlich alternden Mäusen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Modell bereits im Alter von drei Monaten Anzeichen einer Sehbehinderung zeigte. Neben strukturellen Veränderungen in der Netzhaut, einer abnormen Blutgefäßbildung wies das Mausmodell Verschiebungen in der Genexpression und im Stoffwechsel sowie eine mitochondriale Dysfunktion im retinalen Pigmentepithel auf. All diese Veränderungen, entsprechen den Forschern nach, denen, die bei der natürlichen Alterung des menschlichen Auges auftreten. „Je mehr wir darüber wissen, wie DNA-Schäden zu Augenkrankheiten wie AMD beitragen, [desto besser] können wir Maßnahmen entwickeln, die die Ursachen des Sehkraftverlusts angehen. Dazu könnten Strategien gehören, die oxidativem Stress entgegenwirken, die DNA-Reparatur verbessern oder sogar geschädigte Zellen entfernen, bevor sie Schaden anrichten“, erklärte Skowronska-Krawczyk. „Wir wollen untersuchen, welche Zelltypen altersbedingte Veränderungen durch selektive Beeinträchtigung von DNA-Mechanismen bewirken. Unser Ziel ist es, die Entwicklung präventiver Maßnahmen voranzutreiben, die die Belastung durch altersbedingten Sehkraftverlust deutlich verringern und die Lebensqualität von Millionen Menschen verbessern.“
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