Amygdala-Aktivität sagt kardiovaskuläre Ereignisse vorher

Amygdala
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Emotionaler Stress geht bekanntlich mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Ein Forscherteam um Dr. Ahmed Tawakol von der Harvard Medical School in Boston erstellte Aufnahmen der Amygdala, um zu klären, ob ihre metabolische Aktivität im Ruhezustand das Risiko nachfolgender kardiovaskulärer Ereignisse vorhersagt. In dieser ersten Studie zu diesem Zusammenhang sagte die Amygdala-Aktivität unabhängig und robust kardiovaskuläre Ereignisse vorher. Die Amygdala-Aktivität sei zum Teil über einen Pfad involviert, der eine erhöhte Aktivität des Knochenmarks und arterielle Entzündung umfasst, schreiben die Autoren.

In die Längsschnittstudie wurden 293 Patienten (medianes Alter 55 Jahre [Interquartilsabstand (IQR) 45,0–65,5]) eingeschlossen, von denen 22 im Verlauf einer medianen Nachbeobachtung von 3,7 Jahren ein kardiovaskuläres Ereignis erlitten (IQR 2,7–4,8). Diese Patienten hatten keine bekannten kardiovaskulären oder aktiven Krebserkrankungen und unterzogen sich zwischen dem 01.01.2005 und dem 31.12.2008 am Massachusetts General Hospital in Boston einer PET/CT mit 18F-Fluorodexoyglukose.

Die Amygdala-Aktivität sei mit einer erhöhten Aktivität des Knochenmarks (r=0,47; p<0,0001), arterieller Entzündung (r=0,49; p<0,0001) und dem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (standardisierte Hazard Ratio [HR] 1,59; 95 %-KI 1,27–1,98; p<0,0001) assoziiert gewesen, berichtet das Team um Tawakol. Dieser Befund sei nach multivariaten Adjustierungen signifikant geblieben.

Der Zusammenhang zwischen Amygdala-Aktivität und kardiovaskulären Ereignissen schien durch eine erhöhte Aktivität des Knochenmarks und eine nachfolgende Entzündungsreaktion in den Arterien vermittelt zu werden.

In der separaten Querschnitts­studie mit 13 Patienten, die sich einer psychometrischen Analyse unterzogen, hing die Amygdala-Aktivität signifikant mit arterieller Entzündung zusammen (r=0,70; p=0,0083). Wie sich herauskristallisierte, war empfundener Stress mit der Amygdala-Aktivität (r=0,56; p=0,0485), arterieller Entzündung (r=0,59; p=0,0345) und dem C-reaktiven Protein (r=0,83; p=0,0210) assoziiert.

 

Autoren: Tawakol A et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Relation between resting amygdalar activity and cardiovascular events: a longitudinal and cohort study
Quelle: Lancet 2017;389(10071):834–845.
Web: dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)31714-7

 

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