Analyse der PLCO-Studie ergibt signifikante intraindividuelle Schwankungen bei jährlicher PSA-Testung26. Februar 2026 Im Verlauf eines Prostatakrebs-Screenings kann es vorkommen, dass ein erhöhter PSA-Wert auch wieder absinkt. Symbolbild: luchschenF – stock.adobe.com Eine aktuelle Re-Analyse des US-amerikanischen „Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial“ zur Variabilität der individuellen PSA-Werte bei jährlicher Testung zeigt deutliche Schwankungen auf. Dies hat Konsequenzen für die Empfehlung einer Biopsie. Bei einem erhöhten PSA-Wert empfehlen Leitlinien vor einer Biopsie eine Wiederholung des Tests. Könnten bestimmte Patienten von wiederholten PSA-Tests befreit und direkt weiterführende Untersuchungen eingeleitet werden? Dieser Frage gingen Wissenschaftler um Nicholas A. Pickersgill vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York (USA) nach. Ihre Studie zeigt in einer großen Screening-Kohorte eine signifikante intraindividuelle Variabilität der PSA-Werte, wobei viele erhöhte Werte bei der nächsten jährlichen Messung unter den Schwellenwert fielen. Diese Ergebnisse legten nahe, dass die Leitlinienempfehlungen, erhöhte PSA-Ergebnisse bei den meisten Patienten zu bestätigen, bevor weitere diagnostische Maßnahmen ergriffen werden, sinnvoll sind, bilanziert das Team. Patienten mit einem früheren PSA-Wert oberhalb eines bestimmten Schwellenwerts für eine Biopsie und ohne aktuelle PSA-Werte unterhalb dieses Schwellenwerts könnten dagegen ohne erneute Testung mit weiteren diagnostischen Maßnahmen fortfahren. Daten von fast 11.200 Patienten Für ihre retrospektive multizentrische Kohortenstudie nutzten Pickersgill et al. Daten von Männern im Alter von 54-75 Jahren, die am Screening-Arm der randomisierten PLCO-Studie teilgenommen und über 6 Jahre (zwischen 1995 und 2006) jährlich einen PSA-Test erhalten hatten, ohne dass bei ihnen Prostatakrebs diagnostiziert wurde (Datenanalyse 10.02.2023-23.05.2025). Als PSA-Schwellenwerte für ihre Kohortenstudie legten die Autoren 2,5, 3,0 und 4,0 ng/ml fest, während in der ursprünglichen PLCO-Studie eine Biopsie erst ab 4,0 ng/ml empfohlen wurde. Als primären Endpunkt legten Pickersgill und Kollegen den Anteil der PSA-Messungen oberhalb eines der 3 Schwellenwerte fest, die bei der darauffolgenden jährlichen Messung unter den Schwellenwert sanken. Bei anhaltend hohen Werten keine weiteren Tests erforderlich Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, konnten von 11.176 geeigneten Teilnehmern (medianes Alter 60 Jahre; Interquartile Range [IQR] 57–65) 2700, 1928 bzw. 952 mit einem Wert von mindestens dem jeweiligen Schwellenwert von 2,5, 3,0 und 4,0 ng/ml in die Untersuchung eingeschlossen werden. Wie die Analyse zeigte, sank bei 22% (95%-Konfidenzintervall [KI] 21–23) der Patienten mit einem PSA-Wert ≥2,5 ng/ml der Wert im Folgejahr unter 2,5 ng/ml. Bei Schwellenwerten von 3,0 ng/ml und 4,0 ng/ml seien die Raten vergleichbar gewesen, ergänzt das Team. Auf der Ebene der Patienten wiesen 54% (95%-KI 53–56) der Männer mit mindestens einem PSA-Wert ≥2,5 ng/ml einen nachfolgenden Wert unterhalb dieses Schwellenwerts auf, wobei die Raten bei höheren Schwellenwerten etwas höher lagen. Ein prädiktives Scoring-System, das aktuelle und frühere PSA-Werte berücksichtigte, zeigte, dass Patienten, deren PSA-Werte anhaltend über den Schwellenwerten lagen, eine geringe Wahrscheinlichkeit (<10%) dafür hatten, dass ihr PSA-Wert unter den Schwellenwert sinkt. Um auf die ursprüngliche Fragestellung zurückzukommen, könnten bei dieser Patientengruppe folglich direkt weiterführende Untersuchungen eingeleitet werden, ohne weitere Testergebnisse abzuwarten. (sf/ms/BIERMANN)
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