Analyse des Darmmikrobioms zur Vorhersage erneuter Herz-Kreislauf-Ereignisse

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Eine Analyse des Darmmikrobioms könnte womöglich helfen, Herz-Kreislauf-Patienten mit erhöhtem Risiko für ein erneutes kardiovaskuläres Ereignis zu identifizieren – und so Strategien zur Sekundärprävention verbessern.

Das lässt eine Studie spanischer Wissenschaftler vermuten, die im „European Heart Journal“ erschien. Das konkrete Ziel der Studie namens CORDIOPREV war es, die Ausgangsunterschiede der Darm­mikrobiota von Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) zu untersuchen, die in den folgenden sieben Jahren neue schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) erlitten – im Vergleich zu KHK-Patienten ohne neue MACE in diesem Zeitraum. Basierend darauf wollten die Forscher dann einen Score zur Risikoeinschätzung für neue MACE entwickeln.

Unter 1002 KHK-Patienten der klinischen CORDIOPREV-Studie waren die Stuhlproben von 679 Teil­nehmern (davon 132 mit MACE) verfügbar. Die Stuhluntersuchung erfolgte mittels 16S-Metagenomik auf der Illumina MiSeq-Plattform und die Analyse unter Verwendung der Quiime2-Software. Lipopoly­saccharid (LPS) wurde mit dem Limulus-Amöbozyten-Lysat-Test bestimmt.

Die Forscher identifizierten zehn bakterielle Taxa mit hoher Vorher­sagekraft für das Auftreten von MACE. Receiver-Operating-Characteristic-Kurven ergaben eine Fläche unter der Kurve von 65,2 Prozent im Trainingsdatensatz und 68,6 Prozent im Validierungsdatensatz. Der Darm­mikrobiom-Risikoscore war mit einem HR für das Auftreten von MACE von 2,01 (95 %-Konfidenzintervall 1,37–3,22) assoziiert. Die LPS-Analyse zeigte einen höheren postprandialen LPS-Anstieg in der MACE-Gruppe (p=0,005).

„Diese Ergebnisse verstärken den Zusammenhang zwischen Darm­mikrobiom und kardiovaskulären Erkrankungen und deuten darauf hin, dass ein spezifisches mikrobiotisches Profil sowie eine höhere Endotoxämie mit dem Auftreten von MACE bei KHK-Patienten assoziiert sind“, folgern die Autoren.

(ah/BIERMANN)