Studie: Zehn Stunden Sport pro Woche könnten das Herz effektiver schützen20. Mai 2026 Symbolfoto: ©pavel1964/stock.adobe.com Reichen zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche? Eine neue Studie legt nahe, dass deutlich mehr Bewegung auch einen weitaus größeren gesundheitlichen Nutzen mit sich bringen könnte. Um das Herz-Kreislauf-System wirksamer vor Krankheiten zu schützen, könnte einer neuen Studie zufolge deutlich mehr Bewegung nützlich sein als bislang von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Erwachsene sollten versuchen, sich etwa 560 bis 610 Minuten pro Woche – also rund zehn Stunden – zu bewegen, um ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche deutlich zu senken, empfiehlt ein Team der chinesischen Macao Polytechnic University im „British Journal of Sports Medicine“. Mit Bewegung ist in der Studie Sport gemeint, der über leichte Bewegung hinausgeht, also entweder moderate oder intensive Aktivität. Andere Herangehensweise als bei der WHO Die Wissenschaftler werteten Daten von 17.088 Menschen aus der UK Biobank aus. Diese trugen eine Woche lang Beschleunigungssensoren, die ihre typische Aktivität aufzeichneten. Außerdem wurde bei einem Test auf dem Fahrrad ihre maximale Sauerstoffaufnahme getestet und geschätzt. Danach wurde über einen Zeitraum von rund acht Jahren beobachtet, welche Krankheiten bei den Probanden auftraten. Das zentrale Ergebnis fassen die Autoren so zusammen: Die Einhaltung der Empfehlung der WHO – mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche – senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche der Studie zufolge um etwa acht bis neun Prozent. Bei 560 bis 610 Minuten Bewegung pro Woche lag die Verringerung des Risikos deutlich höher, nämlich bei mehr als 30 Prozent. Allerdings wurde dieses hohe Ausmaß an Bewegung auch nur von 12 Prozent der Studienteilnehmer erreicht. Die Empfehlungen der WHO sind als Minimum gedacht, um einen grundlegenden Schutz gegen eine Vielzahl von Krankheiten zu bieten und die Sterblichkeit in der breiten Bevölkerung zu senken. Die WHO setzt eine Schwelle an, die für große Teile der Bevölkerung realistisch erreichbar ist, da der größte gesundheitliche Gewinn bereits beim Schritt von völliger Inaktivität zu ein wenig Bewegung erzielt wird. Im Gegensatz zur neuen Studie, die auf Messungen von Sensoren basiert, beruhen die Daten, auf die sich die WHO-Empfehlung stützt, hauptsächlich auf Selbstangaben von Studienteilnehmern. Je nach Fitness unterschiedlicher Bedarf Die neue Studie zeigt den Autoren zufolge, dass Menschen mit einer geringeren Grundfitness etwas mehr Bewegung benötigen, um die gleichen Vorteile zu erzielen wie sportlichere Personen. Obwohl die 150-Minuten-Regel der WHO ein wichtiger Einstieg bleibe, betonen die Autoren, dass für eine optimale Widerstandsfähigkeit deutlich höhere Aktivitätszeiten angestrebt werden sollten. Das Team räumt auch ein, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, bei der keine sicheren Schlussfolgerungen zu Ursache und Wirkung gezogen werden könnten. Es könne der Fall sein, dass die untersuchte Gruppe gesünder und fitter gewesen sei als der Durchschnitt der Bevölkerung.
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