Analyse von Speichelproben – Exaktere Daten dank Smartphone-App20. Dezember 2021 Foto: © Biewer_Jürgen – stock.adobe.com Das Smartphone blinkt und piepst, wenn die nächste Speichelprobe fällig ist. Die neue „SalivApp“ erinnert ab jetzt Teilnehmende optisch und akustisch an die nächste Probensammlung. Die Smartphone-App soll nun helfen, noch exaktere Daten für die Forschungsprojekte des transregionalen Sonderforschungsbereichs (SFB/TRR 289) an den Universitäten Duisburg-Essen, Marburg und Hamburg, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, zu gewinnen. Bisher mussten Proband die erforderliche Speichelentnahme, die zu genau definierten Tageszeiten erfolgen muss, händisch protokollieren. Eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der genauen Datenerhebung ließ sich nicht ausschließen. Seit mehr als 20 Jahren untersuchen Prof. Manfred Schedlowski und Prof. Harald Engler zusammen mit dem Team des Essener Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie bereits Hormonspiegel im Speichel von gesunden Menschen und Patienten, um das komplexe Zusammenspiel zwischen hormonellen Veränderungen und psychologischen Faktoren zu analysieren. In einem aktuellen Forschungsprojekt im Rahmen des SFBs „Treatment Expectation“ (Behandlungserwartung) soll durch Speichelanalysen untersucht werden, inwieweit die Erwartungshaltung von Patienten bezüglich der Wirkung einer medizinischen Behandlung Einfluss auf den Erfolg haben kann und welche Rolle dabei möglicherweise genetische Faktoren, Stressbelastung und Hormone spielen. Dank der neuentwickelten „SalivApp“ können nun rund 2800 Studienteilnehmende die Probensammlung exakt, nachprüfbar und bequem per Handy dokumentieren. Die App führt sie dabei nicht nur intuitiv durch das Protokoll, sondern erinnert auch automatisch per Timer an die jeweiligen Speichelentnahmezeiten. Zu den weiteren Funktionen der App zählt unter anderem auch ein kurzes Video mit genauen Instruktionen zur Probenentnahme. Dabei kann jede gesammelte Speichelprobe per App eindeutig identifiziert werden. Wichtige probenbezogene Informationen werden automatisch und datenschutzkonform im Hintergrund gesichert. „Die korrekte Datenerfassung bei solch einer großen Menge an Proben ist essenziell für unsere Forschung. Sie kann jetzt automatisch erfolgen. Dies erleichtert nicht nur den Proband:innen und Patienti:innen das Einhalten der vorgesehenen Zeitfenster, es verbessert gleichzeitig auch entscheidend die Qualität der erhobenen Daten“, erklärt Prof. Harald Engler. Die mit dem Essener App-Entwickler-Team von Rocket Apes GmbH (Leitung: Deniz Balnak) konzipierte „SalivApp“ ist seit Anfang diesen Jahres Teil des „smarten“ Klinikalltags im Universitätsklinikums Essen, das erst vor kurzen vom US-Magazin Newsweek zu einem der weltweit technologisch am besten ausgestatteten Krankenhäuser der Welt nominiert wurde.
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