Analysten prognostizieren starkes Umsatzwachstum bei Parkinson-Medikamenten13. August 2021 Foto: ©wladimir1804 – stock.adobe.com Analysten zufolge wird sich der Umsatz mit Parkinson-Medikamenten in den sieben wichtigsten Märkten bis 2029 fast verdreifachen und von vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf 11,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2029 ansteigen – bei einer jährlichen Wachstumsrate von 12,6 Prozent. In seinem Bericht “Parkinson’s Disease – Global Drug Forecast and Market Analysis to 2029” stellt das das Analyseunternehmen Global Data fest, dass keine der derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten für Morbus Parkinson den dringenden Bedarf an einer krankheitsmodifizierenden Therapie erfülle. Allerdings befänden sich derzeit verschiedene Ansätze in der Spätphase der Pipeline, die darauf abzielen, entweder das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder eine bessere Lebensqualität zu bieten. Diese Produkte sollen im Jahr 2029 der Prognose zufolge 42 Prozent des PD-Marktes in den USA, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, dem Vereinigten Königreich und Japan ausmachen. “Biologika und neuartige Verabreichungsformen sind die Zukunft der Parkinson-Therapie. Die PD-Pipeline umfasst einen monoklonalen Antikörper (mAb), eine Gen- und eine Stammzelltherapie. Nur vom mAb von Roche, PRX-002 (Prasinezumab), wird erwartet, dass er die Krankheit modifiziert, indem er auf das α-Synuclein-Protein abzielt und so das Fortschreiten der Krankheit aufhält. Die von GlobalData befragten Key Opinion Leader sind daher der Ansicht, dass das Medikament das Potenzial hat, den Markt bei seiner Einführung zu revolutionieren. GlobalData prognostiziert daher, dass PRX-002 bis 2029 in den sieben wichtigsten Märkten einen Umsatz von 2,1 Milliarden US-Dollar erzielen wird”, kommentierte Sarah Elsayed, Analystin für Neurologie bei GlobalData. Im Gegensatz dazu böten Gen- und Stammzelltherapien wie VYAADC-001 von Voyager und NTCELL von Living Cell Technologies Elsayed zufolge einen eher symptomatischen Ansatz, indem sie auf die motorischen Fluktuationen bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium abzielen. Der Fortschritt bei den Verabreichungsformen ist Global Data zufolge einer der sich am schnellsten verändernden Bereiche in der Parkinson-Behandlung. Dies ist vor allem auf den Markt für Levodopa-Reformulierungen zurückzuführen. Als führende Pipeline-Strategien sehen die Analysten ABBV-951 (Foslevodopa) von AbbVie und ND-0612 (Levodopa/Carbidopa) von Mitsubishi. “Der größte Vorteil dieser Produkte ist die Tatsache, dass sie mit Hilfe einer kleinen externen Pumpe, die einen kontinuierlichen und gleichmäßigen Fluss von Levodopa aufrechterhält, Tag und Nacht subkutan verabreicht werden, wodurch die motorischen Schwankungen erheblich reduziert werden. Dies wird den Ärzten bessere Möglichkeiten bieten, Komplikationen zu kontrollieren, die bei der fortgesetzten Anwendung von Levodopa auftreten, und damit einen weiteren großen ungedeckten Bedarf in diesem Bereich decken. Daher werden einige dieser Produkte eine starke Marktakzeptanz erfahren. GlobalData geht davon aus, dass das vielversprechendste Medikament in dieser Gruppe ABBV-951 von AbbVie mit einem weltweiten Umsatz von 674 Millionen US-Dollar bis 2029 sein wird”, erklärte Elsayed weiter. Keine Zulassung von Istradefyllin in Europa Unterdessen hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung des Parkinson-Medikaments Istradefyllin von Kyowa Kirin abgelehnt. Der Adenosin-A2-Rezeptor-Antagonist soll die bei der klassischen Behandlung von Morbus Parkinson auftretetden Dyskinesien reduzieren. Die Entscheidung der EMA beruhte auf der Auffassung, dass die vorgelegten Daten zur Wirksamkeit des Medikaments nicht konsistent seien, da vier von acht Studien keine signifikante Verringerung der motorischen Fluktuationen zeigten, darunter zwei negative Studien, die mit europäischen Patienten durchgeführt wurden. Die Zulassung durch die FDA im Jahr 2019 basierte hingegen auf den positiven Ergebnissen von vier Sicherheits- und Wirksamkeitsstudien mit insgesamt 1143 Patienten. Während einige Parkinson-Experten bei Istradefyllin im Vergleich zu anderen therapeutischen Klassen eine schnellere Wirkung bei der Verringerung von Off-Episoden sähen, äußerten andere weiterhin Bedenken hinsichtlich des unklaren Wirkmechanismus und der neuropsychiatrischen Nebenwirkungen des Medikaments, erklärte Global Data.
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