Anatomie-Studie der MedUni Wien: Korrekte Durchführung von Corona-Abstrichen10. August 2021 Foto: © Gorodenkoff/stock.adobe.com Bei Nasen-Rachen-Abstrichen im Zuge von COVID-19-Tests kommt es auf die richtige Durchführung an. Im Rahmen einer systematischen anatomischen Studie haben Forschende an der MedUni Wien die konkreten Voraussetzungen sowie Orientierungshilfen dafür definiert. „Es besteht die Möglichkeit, dass unerfahrene Tester in COVID-19 Teststraßen Nasenrachenabstriche für PCR- und Antigentests nicht korrekt abnehmen.“, erklärt Studienleiter Wolfgang J. Weninger, Leiter der Abteilung für Anatomie am Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der MedUni Wien. „Bei falscher Vorgangsweise wird das Material nicht aus dem Nasenrachenraum, sondern aus der Nasenhöhle gewonnen. Das hat den Nachteil, dass bei geringer Virusbelastung zu wenig Virusmaterial für die Diagnostik vorhanden ist. Es ist daher möglich, Infektionen zu übersehen.” Zwar seien der überwiegende Teil der Handlungsanweisungen für die Durchführung der Abstriche im Prinzip korrekt. Die Anatomie des Nasen- und Nasenrachenraumes zeigt aber zahlreiche individuelle Besonderheiten, die ein erfolgreiches Vorgehen erschweren. Das Team rund um Weninger hat nun Kriterien definiert, die Testenden eine optimale Selbstkontrolle für eine, in jedem Fall erfolgreiche Durchführung eines Nasenrachenabstriches ermöglicht. Grundlage dafür ist eine wissenschaftliche Studie, bei der an 157 Körperspenden über beide Nasenhöhlen Nasenrachenabstriche simuliert wurden. Der Vorschub des Abnahmestäbchens wurde dabei kontinuierlich beobachtet. Basierend auf den gewonnenen Daten schlägt das Team nun ein einfaches und sicheres, dreistufiges Verfahren zur Durchführung von Nasenrachenabstrichen vor. Darüber hinaus definiert das Team leicht erkennbare Signale, die den Testenden die korrekte Durchführung ermöglichen. Auswertungen belegen, dass dieses Verfahren bei allen Personen ohne Erkrankungen der Nasenhöhle das Eindringen des Abstrichstäbchens in den Nasenrachenraum ermöglicht, während dies bei Verwendung alternativer Orientierungshilfe nur in weniger als 50 Prozent gelingt. Quelle: © MedUni Wien Schließlich untersuchte das Team auch, die von vielen Menschen gefürchtete und in Online-Foren kolportierte Gefahr, bei der Gewinnung von Nasenrachenmaterial das Gehirn zu verletzen. Die unter Sicht durchgeführten Simulationen belegen eindeutig, dass bei korrekter, aber auch mäßig abweichender Durchführung von Nasenrachenabstrichen absolut keine Gefahr einer Gehirnverletzung besteht.
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