Androgendeprivation: Registerstudie zeigt Assoziation mit Demenz

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Studien zum Demenzrisiko nach Androgendeprivationstherapie (ADT) liefern unterschiedliche Ergebnisse. Nun hat eine aktuelle Registerstudie erneut ergeben, dass die kumulative Exposition mit ADT bei Prostatakarzinom-Patienten mit Demenz assoziiert war.

Die Autoren analysierten retrospektiv Daten von Männern ≥50 Jahre aus dem CaPSURE-Register (Cancer of the Prostate Strategic Urologic Research Endeavour). Der primäre Endpunkt war das Auftreten einer Demenz nach der Primärbehandlung. Die ADT-Exposition wurde als zeitlich veränderliche unabhängige Variable der gesamten ADT-Exposition ausgedrückt. Die Wahrscheinlichkeit, ADT zu erhalten, wurde anhand eines Propensity-Scores geschätzt. Die Wissenschaftler wandten die Proportional-Hazards-Regression nach Cox an, um den Zusammenhang zwischen ADT-Exposition und Demenz mit konkurrierenden Sterberisiken zu bestimmen, angepasst an den Propensity-Score und klinische Kovariaten bei Männern, die verschiedene Behandlungen erhielten.

Von 13.570 Männern wurde bei 317 (2,3%) nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 7,0 Jahren (IQR 3,0–12,0) Demenz diagnostiziert. Die kumulative Anwendung von ADT war nach Anpassung signifikant mit Demenz assoziiert (HR 2,02; 95%-KI 1,40–2,91; p<0,01). Bei einer Untergruppe von 8506 Männern, bei denen der Propensity-Score in Bezug auf den Erhalt einer ADT übereinstimmte, gab es ebenfalls einen Zusammenhang zwischen ADT und Demenz (HR 1,59; 95%-KI 1,03–2,44; p=0,04). Bei den 8489 Männern in der Kohorte, die keine ADT erhielten, war kein Zusammenhang zwischen der Art der Erstbehandlung und dem Beginn der Demenz zu ermitteln.

Fazit
Das erhöhte Risiko sollte von einer sorgfältigen Erörterung der Bedürfnisse und Vorteile der ADT bei denjenigen begleitet werden, die für eine Behandlung in Betracht gezogen werden, resümieren die Autoren. (ms)

Autor: Lonergan PE et al.
Korrespondenz: Peter E. Lonergan; [email protected]
Studie: Androgen Deprivation Therapy and the Risk of Dementia after Treatment for Prostate Cancer
Quelle: J Urol 2022 Apr;207(4):832–840.
Web: https://doi.org/10.1097/JU.0000000000002335