Angehörige von MS-Patienten haben ein höheres Risiko für subklinische Manifestationen17. August 2017 © luckybusiness – fotolia.com Symptomfreie Familienmitglieder von MS-Patienten mit einem hohen MS-Risiko zeigen mit höherer Wahrscheinlichkeit frühe subklinische Manifestationen der Erkrankung. Angehörige von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) haben, auch wenn sie symptomfrei sind, ein höheres Risiko für frühe subklinische Manifestationen der MS. Dies geht aus einer Studie US-amerikanischer Wissenschaftler hervor. Um herauszufinden, ob sich auch bei Kindern von MS-Patienten frühe Hinweise auf neurologische Defizite finden, hatten die Forscher 100 bislang symptomfreie Angehörige ersten Grades mittels Bildgebung und verschiedenen Tests untersucht. Auf Basis genetischer Analysen und der Berücksichtigung verschiedener Umweltfaktoren errechneten die Wissenschaftler außerdem das individuelle MS-Risiko der Studienteilnehmer. Teilnehmer mit den höchsten und niedrigsten Risikowerten (obere und untere 10 %-Grenze) unterzogen sie anschließend einer ausführlichen Testung auf ihre visuellen, kognitiven, motorischen und sensorischen Fähigkeiten sowie einer Magnetresonanz- und optischen Kohärenztomographie. Dabei zeigten Personen mit hohem MS-Risiko sensorische Defizite: Sie konnten Vibrationen an den Füßen deutlich schlechter wahrnehmen als Teilnehmer mit geringerem Risiko. Bei vier Hochrisiko-Personen fanden die Forscher außerdem Gehirnläsionen, während in der Gruppe der Personen mit geringerem Risiko nur bei einem Teilnehmer ein entsprechender MRT-Befund auftrat. Ein Teil der Studienteilnehmer zeigte verschiedene, in der Bildgebung typische MS-Merkmale, was nach Ansicht der Wissenschaftler generell die These stützt, dass diese Personen ein höheres Risiko haben, die klinischen MS-Symptome zu entwickeln als die Allgemeinbevölkerung. „Symptomfreie Familienmitglieder von MS-Patienten mit einem hohen MS-Risiko zeigen mit höherer Wahrscheinlichkeit frühe subklinische Manifestationen der MS. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, Menschen mit hohem Risiko früh zu identifizieren“, schlussfolgern die Wissenschaftler. Autoren: Xia Z et al. Studie: Assessment of Early Evidence of Multiple Sclerosis in a Prospective Study of Asymptomatic High-Risk Family Members. Quelle: JAMA Neurol. 2017 Mar 1;74(3):293-300. Web: http://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/2597292
Mehr erfahren zu: "Hämoglobin: Unterstützung der Lunge im Kampf gegen Grippeviren?" Hämoglobin: Unterstützung der Lunge im Kampf gegen Grippeviren? Hämoglobin kann wahrscheinlich mehr, als nur Sauerstoff durch den Körper zu transportieren: Es könnte auch Immunzellen in der Lunge helfen, Influenzaviren abzuwehren.
Mehr erfahren zu: "Funktionelle Bauchschmerzen bei Jugendlichen: Häufig Teil einer komplexeren Schmerzstörung" Funktionelle Bauchschmerzen bei Jugendlichen: Häufig Teil einer komplexeren Schmerzstörung Eine repräsentative Erhebung unter ungarischen Schulkindern ergab: Ein Großteil der Jugendlichen mit funktionellen Bauchschmerzen leidet auch an weiteren Schmerzen. Im Vergleich zu Gleichaltrigen sind Schulstress, Mobbing und eine geringe Lebensqualität […]
Mehr erfahren zu: "Biologikatherapie bei Asthma: Chronische Einnahme von PPIs mit häufigeren Exazerbationen assoziiert" Biologikatherapie bei Asthma: Chronische Einnahme von PPIs mit häufigeren Exazerbationen assoziiert Speziell bei Personen, die aufgrund von Asthma eine biologische Therapie erhalten, und zudem dauerhaft Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) einnehmen, sollte sorgfältig geprüft werden, ob die letztgenannte Behandlung überhaupt weiterhin nötig ist, wenn […]