Ansprechen auf ein Antidepressivum kann mit Biosignatur vorhergesagt werden19. Juni 2017 Bild: © StudioLaMagica – fotolia.com Wissenschaftler haben eine Biosignatur identifiziert, die es möglich macht vorherzusagen, welche Patienten auf die Behandlung mit einem bestimmten Antidepressivum ansprechen und welche nicht. Bei ungefähr einem Drittel der Patienten zeigt das erste verordnete Antidepressivum keine Wirkung. Hinzu kommt, dass sich die Wirksamkeit eines Medikaments grundsätzlich erst nach vier bis sechs Wochen kontinuierlicher Einnahme herausstellt. Deshalb suchen Forscher nach Biosignaturen, mit deren Hilfe sich voraussagen lässt, ob ein Patient zu Beginn oder in einer frühen Behandlungsphase positiv auf ein Antidepressivum reagieren wird. Wissenschaftler unter der Leitung von Christoph Turck vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Mainz an Mäusen molekulare Signalwege beschrieben, die für das Ansprechen beziehungsweise Nichtansprechen auf das Antidepressivum Paroxetin charakteristisch sind. Wie die Wissenschaftler herausgefunden haben, besteht zwischen Glutamat- und Ubiquitin-Proteasom-Signalwegen und der Reaktion auf Antidepressiva ein direkter Zusammenhang. In Blutproben von Patienten, die an Depression litten, entdeckten die Forscher anschließend, dass die erstellten Profile eine Klassifizierung des klinischen Ansprechens auf Antidepressiva ermöglichten. So waren die Wissenschaftler in der Lage, Patienten, die auf ein Antidepressivum ansprechen würden, bereits vor Behandlungsbeginn von denen zu unterscheiden, bei denen dies nicht der Fall sein würde. „Biosignaturen zur Prognose des Behandlungserfolges von Antidepressiva werden die langwierigen Leidenswege von Patienten verkürzen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die personalisierte Medizin im Bereich Psychiatrie“, schlussfolgerte Dongik Park vom MPI. Nach Überzeugung von Turck „werden Biosignaturen auch dabei helfen, neuartige Antidepressiva für Patienten zu finden, die an einer behandlungsresistenten Depression leiden“. Autoren: Park D I et al. Korrespondenz: Professor MB Müller or Professor CW Turck E-mail: [email protected] or [email protected] Studie: Delineation of molecular pathway activities of the chronic antidepressant treatment response suggests important roles for glutamatergic and ubiquitin–proteasome systems Quelle: Translational Psychiatry (2017) 7, e1078 Web: http://www.nature.com/tp/journal/
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