Ansprechen auf Stimulationstherapie bei IVF könnte auf langfristige gesundheitliche Störungen hindeuten9. Juli 2020 Foto: © Aleksandra Suzi/stock.adobe.com Einer dänischen Studie zufolge könnte ein schlechtes Ansprechen auf die Stimulationstherapie während der In-vitro-Fertilisationsbehandlung darauf hindeuten, dass Frauen im späteren Leben ein höheres Risiko für bestimmte Erkrankungen aufweisen. Dies könnte ein weiteres Indiz für einen möglichen Zusammenhang zwischen frühzeitigem ovariellen Altern und einer beschleunigten Alterung im Allgemeinen sein. Doktorandin Mette Wulf Christensen, Aarhus Universität in Dänemark, war an der Follow-up-Studie mit mehr als 20.000 jungen Frauen beteiligt. Die Studienteilnehmerinnen unterzogen sich zwischen 1995 und 2014 ihrem ersten IVF-Zyklus. Grundlage für die Studie waren mehrere Register, sodass möglichst viele Informationen zu den einzelnen Frauen ausgewertet werden konnten. Alle Probandinnen waren unter 37 Jahre alt, als sie den ersten IVF- oder ICSI-Zyklus durchliefen. Wenn nach einer Stimulationstherapie lediglich 5 oder weniger Eizellen entnommen werden konnten, galten die Teilnehmerinnen als “früh ovariell alternd”. Alle anderen galten als normal. In die erste Gruppe schlossen die Forscher um Christensen insgesamt 1234 Frauen, in die zweite 18.614 Frauen ein. Im Laufe des durchschnittlich 6-jährigen Follow-ups zeigten Frauen aus der ersten Gruppe ein erhöhtes allgemeines Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Osteoporose, Typ-2-Diabtes, Krebs und Mortalität aufgrund aller Ursachen (um 26% erhöht), verglichen mit der zweiten Gruppe. Insbesondere das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen fiel um 39% höher aus und das Risiko für Osteoporose war mehr als verdoppelt. Interessanterweise war es auch wahrscheinlicher, dass Frauen mit frühzeitiger ovarieller Alterung früher in Rente gingen. Die Ergebnisse seien ein weiterer Beleg dafür, dass eine frühe Menopause mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Erkrankungen einhergehen. Eine niedrige ovarielle Reserve sei ein nützlicher Marker zur Erkennung einer frühen Menopause, so Christensen. Möglicherweise könnte eine rechtzeitige Hormontherapie das spätere Erkrankungsrisiko senken.
Mehr erfahren zu: "Neuer Ansatzpunkt für Behandlung von Osteoporose: Knochenaufbau bremsendes Eiweißmolekül ausschalten" Neuer Ansatzpunkt für Behandlung von Osteoporose: Knochenaufbau bremsendes Eiweißmolekül ausschalten In einer Studie haben Forschende aus Ulm gezeigt, dass das Eiweißmolekül Axl den Knochenaufbau ausbremst – und Zellen deutlich mehr Knochensubstanz bilden, wenn man das Molekül medikamentös ausschaltet. Dabei gibt […]
Mehr erfahren zu: "Menopause verändert womöglich abrupt Lebensvorgänge" Menopause verändert womöglich abrupt Lebensvorgänge Die Menopause könnte einen deutlicheren physiologischen Wendepunkt darstellen als bislang angenommen. Eine Studie in „Nature Medicine“ fand rund um die letzte Menstruation abrupte Veränderungen bei zahlreichen Laborparametern verschiedener Organsysteme.
Mehr erfahren zu: "Pränatales Cholin-Supplement verbessert Kognition und Verhalten von Kindern" Weiterlesen nach Anmeldung Pränatales Cholin-Supplement verbessert Kognition und Verhalten von Kindern Eine Nahrungsergänzung mit Phosphatidylcholin (Lecithin) während der Schwangerschaft scheint die fötale Gehirnentwicklung zu unterstützen und die kognitive Leistungsfähigkeit sowie das soziale Verhalten von Kindern zu verbessern. Das geht aus den […]