Anstieg von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen im Jahr 20248. Januar 2026 Im Vergleich zu den vier Vorjahren wurden im Jahr 2024 erstmals die meisten lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche in Betrieben der Kategorie „Take-Away und Fast-Food-Imbisse“ verursacht. (Symbolbild) Foto: © pavel siamionov – adobe.stock.com Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat den Jahresbericht 2024 veröffentlicht. In dem Jahr wurden mehr lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche gemeldet als in den vier Jahren zuvor, und auch die Zahl der Erkrankten ist gestiegen. Die häufigsten Verursacher von Krankheitsausbrüchen in Deutschland waren Salmonellen (ein Drittel der Ausbrüche) und Bakterien der Gattung Campylobacter (ein Viertel). Dies entspricht den Vorjahren. Deutlicher Anstieg der Fälle zu verzeichnen Für das Meldejahr 2024 gingen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und beim Robert Koch-Institut (RKI) Meldungen zu 271 lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen ein. Demzufolge führten die Ausbrüche in Deutschland zu mindestens 2.400 Erkrankungen, 451 Hospitalisierungen und acht Todesfällen. Im Durchschnitt der vorangegangenen vier Jahre waren es jährlich rund 191 Krankheitsausbrüche mit 1.515 Erkrankungen.Die meisten der mit hoher Evidenz aufgeklärten Krankheitsausbrüche wurden durch Lebensmittel der Kategorien „Fleisch und Fleischerzeugnisse“ verursacht. Aber auch „Gemüse und Gemüseerzeugnisse“ fanden sich als Auslöser. Im Trend der letzten fünf Jahre zeigt sich eine Zunahme der Ausbrüche durch pflanzliche Lebensmittel. Während es 2020 noch vier Ausbrüche dieser Art waren, stieg die Zahl 2024 deutlich an. So wurden im Jahr 2024 zwölf der Ausbrüche durch Gemüse, Getreideerzeugnisse oder Beeren und Früchte verursacht. Neuer Spitzenreiter: Take-Away und Fast-Food-Imbisse Die tierischen Lebensmittel lagen 2024 mit einem Anteil von 47 Prozent noch vor den pflanzlichen (33 %) als Ausbruchsverursacher. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden 2024 erstmals die meisten Krankheitsausbrüche in Betrieben der Kategorie „Take-Away und Fast-Food-Imbisse“ verursacht. An zweiter Stelle folgten Privathaushalte.„Der Bericht zeigt, dass auch pflanzliche Lebensmittel, die oft ohne weitere Hitzebehandlung als Salatzutaten verzehrt werden, Krankheitsausbrüche verursachen können“, erklärt BVL-Präsidentin Prof. Gaby-Fleur Böl. „Diese und weitere Erkenntnisse können dem Risikomanagement und auch Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen, lebensmittelbedingte Erkrankungen unter anderem durch gute Küchenhygiene zu vermeiden und zukünftige Ausbruchsgeschehen zu verhindern.“Manche der lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüche ziehen sich über mehrere Jahre hin und betreffen weitere Staaten. Im aktuellen Jahresbericht sind dies zwei Krankheitsausbrüche durch Salmonellen in Tomaten und in Sprossen.Der Bericht „Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in Deutschland 2024“ ist online abrufbar unter:https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Berichte/10_BELA_lebensmittelbed_Krankheitsau… Hintergrund Ursachen für lebensmittelbedingte Erkrankungen können Bakterien, Viren, Parasiten oder Toxine sein, die über kontaminierte Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden. Von einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch spricht man immer dann, wenn zwei oder mehr Menschen an demselben Lebensmittel erkrankt sind.Den Bericht zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland erstellt jährlich das BVL in Zusammenarbeit mit dem RKI. Um lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden und zukünftige Ausbruchsgeschehen zu verhindern, sind umfangreiche Kenntnisse über beteiligte Lebensmittel, deren Herkunft sowie Informationen über den Herstellungsprozess notwendig. Daher erfasst das BVL bereits seit 2015 Daten zu Lebensmitteln, die an Krankheitsausbrüchen beteiligt sind. Nach Abschluss einer Ausbruchsuntersuchung melden die Überwachungsbehörden der Bundesländer hierfür ihre Informationen über das bundeseinheitliche System zur Erfassung von Daten zu Lebensmitteln, die bei Krankheitsausbrüchen beteiligt sind (BELA), an das BVL. Die deutschen Ausbruchsdaten werden an die European Food Safety Authority (EFSA) gemeldet und in den „European Union One Health Zoonoses Report“ integriert.Den „European Union One Health Zoonoses Report 2024“ finden Sie hier:https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2903/j.efsa.2025.9759 Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH). Es ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt es umfassende Managementaufgaben. Außerdem koordiniert das BVL auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen Union.
Mehr erfahren zu: "FLI erstmals auf der Grünen Woche in Berlin" FLI erstmals auf der Grünen Woche in Berlin Zum 100. Jubiläum der Grünen Woche in Berlin ist das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) unter dem Themenschwerpunkt Tierhaltung erstmals beim Messeauftritt des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) dabei.
Mehr erfahren zu: "Partnerwahl bei Mäusen: Warum ungleiche Paare kein Zufall sind" Partnerwahl bei Mäusen: Warum ungleiche Paare kein Zufall sind Unterschiedliche Weibchen treffen unterschiedliche Entscheidungen – je nach eigener Problemlösefähigkeit bevorzugen sie andere Männchen. In naturnahen Populationen entstehen disassortative Paarungen öfter, als bei zufälliger Partnerwahl zu erwarten wäre.
Mehr erfahren zu: "Würmer bei Hund und Katze – Überarbeitete Empfehlungen von ESCCAP" Würmer bei Hund und Katze – Überarbeitete Empfehlungen von ESCCAP Das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) Deutschland stellt ab sofort eine erneut überarbeitete, konsolidierte Fassung seiner Empfehlung Nr. 1 „Bekämpfung von Würmern (Helminthen) bei Hunden und Katzen“ online zur […]