Antidepressiva bei funktioneller Dyspepsie: Besserung der Magenakkommodation27. August 2018 © Coloures-Pic – fotolia.com Laut einer aktuellen Untersuchung aus Australien verbessert Amitriptylin (AMI) die Symptome einer funktionellen Dyspepsie (FD), verzögert aber nicht die Magenentleerung. Dies war in der Studie selbst bei Patienten mit verzögerter Magenentleerung bei Studienbeginn nicht der Fall. Die Magenakkommodation (gastric accommodation [GA]) erfuhr unter niedrig dosierter antidepressiver Therapie (ADTx) eine Verbesserung, stellten die Wissenschaftler außerdem fest. In der prospektiven Studie erhielten 292 FD-Patienten 12 Wochen lang entweder 50 mg AMI oder 10 mg Escitalopram (ESC) oder ein Placebo. In die Intention-to-treat-Analyse wurden alle randomisierten Patienten eingeschlossen. Bei einer Post-hoc-Analyse der Daten wurde die Einordnung der Patienten entsprechend der Rom-III-Untergruppen (postprandial distress syndrome [PDS] bzw. epigastric pain syndrome [EPS]) berücksichtigt. Bei 21 % der Studienteilnehmer lag eine verzögerte Magenentleerung vor. Keines der Antidepressiva führte zu einer Veränderung der Magenentleerung, wie die Autoren berichten – selbst bei den Patienten nicht, die von Anfang an an einer verzögerten Magenentleerung gelitten hatten. Die GA erhöhte sich unter ADTx (p=0,02). Keines der Antidepressiva hatte Einfluss auf das maximale tolerierte Volumen (MTV) beim Nutrient-Drink-Test, auch wenn die Symptom-Scores insgesamt im Vergleich zu Placebo eine Verbesserung erfuhren (p=0,04). Patienten vom kombinierten EPS-PDS-Subtyp (48 %) erzielten beim Nutrient-Drink-Test ein geringeres MTV im Vergleich zu der Gruppe von Patienten, die zu Beginn der Studie ausschließlich an EPS litten (p=0,02). Postprandiales Bloating besserte sich unter beiden AMI (p=0,03) ebenso wie ESC (p=0,02). Fazit Amitriptylin (50 mg) verbessert die FD-Symptome, verzögert jedoch nicht die Magenentleerung. Die Magenakkomodation verbesserte sich unter niedrig dosierter antidepressiver Therapie. Der genaue Wirkmechanismus sei unbekannt, was weitere Untersuchungen rechtfertige, so das Resümee der Autoren. Autoren: Lacy BE et al. Korrespondenz: Prof. Nicholas J. Talley, University of Newcastle, Callaghan, NSW, Australien; [email protected] Studie: Effects of Antidepressants on Gastric Function in Patients with Functional Dyspepsia Quelle: Am J Gastroenterol 2018;113(2):216–224. Web: www.nature.com/ajg
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