Antioxidanzienreiches Pulver aus Blaubeer- und Persimonenabfällen nützt möglicherweise den Darmmikrobiota24. Juli 2020 Foto: © Subbotina Anna/Adobe Stock Es ist keine leichte Aufgabe, die wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu ernähren. Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, um Obst- und Gemüse-Nebenprodukte – wie Schalen oder Fruchtfleisch, die während der Verarbeitung weggeworfen werden – in nahrhafte Lebensmittelzutaten und Nahrungsergänzungsmittel umzuwandeln. Forscher berichten nun im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“, dass ihren Erkenntnissen zufolge Abfälle von Blaubeeren und Persimonen (ein Form der Kakipflaume) zu antioxidanzienreichen Pulvern verarbeitet werden können, die sich günstig auf die Darmmikrobiota auswirken können. In den vergangenen Jahren sind Pulver aus Obst und Gemüse beliebt geworden, um der Ernährung nützliche Verbindungen wie Polyphenole und Carotinoide hinzuzufügen, indem die Pulver entweder direkt oder als Zusatz in Lebensmitteln konsumiert werden. In vielen Fällen sind diese gesunden Verbindungen jedoch in ähnlichen oder sogar höheren Mengen in Nachprodukten enthalten als in anderen Teilen der Früchte. Noelia Betoret, María José Gosalbes und Kollegen wollten nun Pulver aus Persimonen- und Blaubeerabfällen gewinnen und dann untersuchen, wie die Verdauung die Freisetzung von Antioxidanzien und anderen bioaktiven Verbindungen beeinflussen kann. Sie wollten auch die Auswirkungen der verdauten Pulver auf das Wachstum von Darmbakterien bestimmen. Die Forscher gewannen Pulver aus Kakisschalen und Blütenteilen sowie aus den Feststoffen, die nach der Herstellung von Blaubeersaft zurückblieben. Die Art des Pulvers, die Trocknungsmethode, der Fasergehalt und die Art der Faser bestimmten die Freisetzung von Antioxidanzien während einer simulierten Verdauung. Beispielsweise wurden durch Gefriertrocknung mehr Anthocyane gewonnen, die jedoch im Verdauungsprozess leichter abgebaut wurden als in luftgetrockneten Proben. Dann fügte das Team die Pulver einer Kotaufschlämmung hinzu und führte eine Scheinkolonfermentation durch, wobei die vor und nach der Fermentation vorhandenen Bakterien sequenziert wurden. Die Inkubation mit den Fruchtpulvern führte zu einer Zunahme verschiedener Arten von nützlichen Bakterien, und einige Bakterien wuchsen mit einem Pulver besser als mit dem anderen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Pulver aus Persimonen- und Blaubeerabfall in Lebensmittelformulierungen enthalten sein könnten, um den Gehalt an Carotinoiden und Anthocyanen zu erhöhen, was sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken könnte, sagen die Forscher.
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