Anzahl der gegen HPV geimpften Jungen seit STIKO-Empfehlung stark angestiegen13. Februar 2020 Nach aktuellen Daten macht die Impfung von Jungen gegen HPV Fortschritte. Foto: ©Africa Studio – stock.adobe.com Erste Ergebnisse einer Datenbank-Analyse zeigten, dass die Anzahl der Jungen, die eine erste HPV-Impfdosis erhalten haben, seit der Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut deutlich angestiegen ist. Mit etwas mehr als 51.000 ersten Impfdosen bis April 2019 lag die Anzahl auf vergleichbarem Niveau wie bei Mädchen (1). Seit Juni 2018 empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für Jungen analog zu Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren (Nachholimpfung bis zum Alter von 17 Jahren) (2,3). Die Empfehlung zur HPV-Impfung für Mädchen besteht bereits seit 2007 (4). Ziel der retrospektiven Analyse war es, die Anzahl der bei Jungen verabreichten ersten HPV-Impfdosen im Zeitraum von Januar 2018 bis April 2019 in Deutschland zu erfassen. Ebenfalls analysiert wurde die Anzahl der ersten HPV-Impfdosen für Mädchen im gleichen Zeitraum. Die Ergebnisse zeigten, dass in den Monaten vor Erweiterung der STIKO-Empfehlung nur sehr wenige Jungen die Möglichkeit zur HPV-Impfung wahrnahmen: Im Zeitraum von Januar bis Mai 2018 erhielten pro Monat 98 bis 950 Jungen die erste HPV-Impfdosis. Zum Zeitpunkt der STIKO-Empfehlung im Juni 2018 betrug die Anzahl der ersten Impfdosen für Jungen 832. In der Folge war bis Dezember 2018 ein deutlicher Anstieg auf 9.670 Dosen zu verzeichnen (1) Starker Anstieg nach Kostenübernahme Mit der Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen ab Januar 2019 stieg die Inanspruchnahme der HPV-Impfung durch Jungen sprunghaft um etwa 200 Prozent auf 28.691 Impfdosen im selben Monat. Bis April 2019 steigerte sich die Anzahl stetig weiter bis auf 51.934. Zum Vergleich: Die Inanspruchnahme der ersten HPV-Impfdosis bei Mädchen schwankte im selben Zeitraum zwischen 27.287 und 50.788. Die meisten Jungen waren zum Zeitpunkt der Impfung zwischen 13 und 14 Jahre alt und wurden von ihrem Pädiater bzw. ihrer Pädiaterin geimpft. Da keine Angaben zur Populationsgröße vorlagen, sind für eine Aussage zur HPV-Impfquote bei Jungen in Deutschland weitere Analysen notwendig (1).Über die Analyse Grundlage der Analyse waren Daten der IMS® Vaccine Analyser Database. In dieser werden anonymisierte digitale Impfdatensätze von rund 350 niedergelassenen Ärzten (Pädiater, APIs [Ärzte für Allgemeinmedizin, praktische Ärzte und Internisten] und Gynäkologen) gesammelt. Mit Hilfe der Datenbank IMS Pharmascope Vaccines, die alle in Deutschland vertriebenen Impfungen erfasst, wurde die Anzahl der ersten Impfdosen auf die nationale Ebene projiziert. Die Daten wurden stratifiziert nach dem Fachgebiet des Arztes (Pädiater, API und Gynäkologe) und dem Alter der Patienten (1). (MSD/ms) Quellen:1. Reuschenbach M et al. HPV VACCINATION UPTAKE IN BOYS AFTER INTRODUCTION OF GENDER-NEUTRAL HPV VACCINATION IN GERMANY – A RETROSPECTIVE DATABASE ANALYSIS (IMS VACCINE ANALYZER). EUROGIN, Dec 4-7, 2019, Monte Carlo, Monaco. 2. Robert Koch-Institut. Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Epid Bull 2018; 26:233–54. 3. Ständige Impfkommission. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut – 2019/2020. Epid Bull 2019; 34:313–64. 4. Robert Koch-Institut. Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für Mädchen von 12 bis 17 Jahren – Empfehlung und Begründung. Epid Bull 2007; 12:98–106.
Mehr erfahren zu: "Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab als perioperative Therapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs" Weiterlesen nach Anmeldung Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab als perioperative Therapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs Die perioperative Gabe von Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs hat in einer aktuellen Studie eine vielversprechende Gesamtansprechrate (ORR) ohne Nebenwirkungen des Grades 4 oder höher gezeigt. […]
Mehr erfahren zu: "Muskelinvasiver Blasenkrebs: Kombinationstherapie ermöglicht Blasenerhalt" Weiterlesen nach Anmeldung Muskelinvasiver Blasenkrebs: Kombinationstherapie ermöglicht Blasenerhalt Die Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab gefolgt von einer Radiochemotherapie (CRT) kann bei muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) eine wirksame blasenerhaltende Behandlung darstellen.
Mehr erfahren zu: "KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“" KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“ Laut Kabinettsentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) soll der Zugriff der Kassen auf die elektronische Patientenakte (ePA) nochmals erweitert werden. Die KBV warnt vor einem […]