Apalutamid nach Prostatektomie könnte Option bei Hochrisiko-Prostatakrebs werden

Apalutamid (Kalottenmodell). Grafik: molekuul. be

Bei lokal begrenztem Prostatakrebs (PCa) mit hohem Risiko nach radikaler Prostatektomie könnte eine adjuvante Therapie mit Apalutamid von Vorteil sein: In einer aktuellen Studie erlitt kein Patient unter der Therapie ein biochemisches Rezidiv (BCR).

Ungefähr 25–50% der Patienten mit lokal begrenztem PCa mit hohem Risiko erleiden innerhalb von 2 Jahren nach radikaler Prostatektomie ein BCR. Die adjuvante Gabe von Apalutamid plus Androgenentzugstherapie (ADT) war Gegenstand der Apa-RP-Studie. Dabei handelte es sich um eine multizentrische, offene, 1-armige Phase-II-Studie in den USA.

Hochrisikopatienten, die sich einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatten, erhielten in der Studie 12 Zyklen Apalutamid (240 mg täglich; 28-Tage-Zyklen) + ADT. Der primäre Endpunkt war das BCR-freie Überleben. Sekundäre Endpunkte umfassten die Testosteronerholung (auf ≥150 ng/d) und die Sicherheit.

An der Studie nahmen 108 Patienten teil; der Altersmedian lag bei 66,0 Jahren (Bereich 46,0–77,0). Der mittlere präoperative PSA-Wert und der Baseline-Testosteronwert betrugen 7,6 ng/ml (Bereich 2,2–62,7 ng/ml) bzw. 340,0 ng/dl (Bereich 43,0–939,0 ng/dl). Die BCR-freie Rate nach 24 Monaten (12 Monate nach Abschluss der geplanten Therapie) betrug 100% (90%-KI 93–100). Die Serumtestosteron-Erholungsrate (auf ≥50 bzw. ≥150 ng/dl) 12 Monate nach Abschluss der Behandlung erreichte 96% (95 %-KI 88–98) bzw. 77 % (95 %-KI 66–85). Insgesamt erlitten 107 (99%) Patienten behandlungsbedingte Nebenwirkungen, wobei 24 (22 %) Patienten Ereignisse der Grade 3–4 erlitten.

Nach Ansicht der Autoren liefern diese Ergebnisse den Proof of Concept dafür, dass eine Intensivierung der Behandlung mit 12 Zyklen Apalutamid + ADT eine Option für Patienten mit lokalisiertem PCa mit hohem Risiko, die sich einer radikalen Prostatektomie unterzogen haben, sein könnte.

(ms)