App unterstützt in Schwangerschaft und nach der Geburt23. März 2023 Bild: © MMV – stock.adobe.com Um schwangeren Frauen und Familien in der Schwangerschaft sowie nach der Geburt einen einfachen und individuellen Zugang zu Versorgungsangeboten zu ermöglichen, haben Prof. Stephanie Wallwiener, Oberärztin am Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), und ihr Team das Projekt „Family eNav” ins Leben gerufen. „Family eNav” soll der Entwicklung und Evaluation eines familienzentrierten, digitalen Navigators zur überprofessionellen, sektorenübergreifenden Bedarfskoordination von Familien dienen. Im Rahmen des Projekts wurde ein digitaler Begleiter – die App „Mein Mamaherz” – entwickelt. Ziel der laufenden Studie ist es, Schwangeren und Familien in dieser neuen Lebensphase oder auch in besonderen Situationen wie bei einer Frühgeburt die größtmögliche Sicherheit zu geben – durch verlässliche Informationen und den einfachen Zugang zu regionalen und überregionalen medizinischen, psychosozialen und administrativen Versorgungsangeboten, die individuell an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst sind. Wallwiener sprach diesbezüglich in der aktuellen Ausgabe des Campus Report ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten der App, das Ziel der Studie und warum es wichtig ist, dass die Hilfsangebote individuell an die Bedürfnisse angepasst sind. Die App „Mein Mamaherz” ist Netzwerk, Ratgeber, Terminplaner, Coach und auch Yogalehrer zugleich. Neben einem allgemeinen Informationsteil zu beispielsweise Untersuchungen während der Schwangerschaft und im Kindesalter, erhalten die Nutzerinnen auf Basis der persönlichen Profileinstellungen von unter anderem Frauenärzten, Hebammen, Kinderärzten und psychologischen Beratungsstellen Therapieangebote. Wichtig ist, dass die Familien und Mütter unkompliziert und niederschwellig die Angebote nutzen können – so ist auch beispielsweise ein Anruf aus der App heraus bei einer Beratungsstelle möglich oder ein Klick führt direkt zu einer Schreiambulanz oder Physiotherapie. Ziel der App ist es, dass sich die Anwenderinnen nicht durch lange Register wühlen müssen, um sich die für sie geeignete Anlaufstelle zu suchen und die Hürde der Suche nach dem passenden Angebot durch die Personalisierung des Accounts so gering wie möglich ist. Für das Projekt und die Testung der App suchen die Wissenschaftler aktuell noch weitere Studienteilnehmerinnen. Teilnehmen können Frauen über 18 Jahren, die sich zwischen der zwölften und 34. Schwangerschaftswoche befinden, und die ein internetfähiges Smartphone haben. Im Erfolgsfall soll der digitale Begleiter nach Abschluss der Studie in einer regional adaptierten Version deutschlandweit eingesetzt werden. Das Forschungsprojekt wird für 3,5 Jahre mit insgesamt rund 2,45 Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind das Institut für Frauengesundheit GmbH, die Ludwig-Maximilians-Universität München, das St. Josephs Krankenhaus Berlin-Tempelhof GmbH sowie die Universitätsfrauenklinik Jena.
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