Arrhythmie-Risiko durch Kaffee bei Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz
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Ob Koffein wirklich proarrhythmisch wirkt, ist umstritten. Bislang haben nur wenige Studien den Effekt hoher Koffeindosen bei Patienten mit Herzinsuffizienz aufgrund einer linksventrikulären systolischen Dysfunktion und hohem Risiko für ventrikuläre Arrhythmien untersucht.  Daher verglichen Dr. Priccila Zuchinali von der Bundesuniversität von Rio Grande do Sul in Porto Alegre und ihre Kollegen den Effekt von hochdosiertem Koffein oder Placebo auf die Rate supraventrikulärer und ventrikulärer Arrhythmien, und zwar sowohl in Ruhe als auch während eines Symptom-limitierten Belastungstests. Ihr Fazit: Die akute Aufnahme hoher Koffeindosen induzierte bei solchen Patienten keine Arrhythmien.

In die doppelblinde, randomisierte, klinische Studie mit Crossover-Design wurden Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz mit vorwiegend moderater bis schwerer systolischer Dysfunktion (linksven­trikuläre Ejektionsfraktion [LVEF] <45 %) und einer NYHA-Klasse I-III einbezogen. Die Teilnehmer erhielten Kapseln mit Koffein (100 mg) oder Laktose, zusätzlich zu 5 Dosen à 100 ml entkoffeinierten Kaffees in 1-Stunden-Intervallen, und somit während des 5-stündigen Protokolls insgesamt 500 mg Koffein oder Placebo. Nach einer 1-wöchigen Auswaschphase wurde das Protokoll wiederholt. Zuchinali und ihre Kollegen rekrutierten 51 Patienten, darunter 37 Männer (74 %). Das mittlere Alter (Standardabweichung, SA) lag bei 60,6 [10,9] Jahren, die mittlere [SA] LVEF bei 29 % (7 %). Bei 31 (61 %) war bereits ein Kardioverter-Defibrillator implantiert worden. Im kontinuierlichen elektrokardiographischen Monitoring beobachteten die Autoren zwischen der Koffein- und der Placebo-Gruppe keine signifikanten Unterschiede bei der Zahl der ventrikulären (185 vs. 239 Schläge; P=0,47) und supraventrikulären vorzeitigen Schläge (6 vs. 6 Schläge; P=0,44), ebenso wenig bei Doppelschlägen, Bigeminus-Zyklen und nicht anhaltenden Tachykardien.

Auch Variablen aus dem Belastungstest – wie ventrikuläre und supraventrikuläre vorzeitige Schläge. Belastungsdauer, geschätzter maximaler Sauerstoffverbrauch und Herzfrequenz – wurden durch die Koffeinaufnahme nicht beeinflusst. Darüber hinaus sahen die Autoren bei Studienteilnehmern mit höheren vs. niedrigeren Koffein-Plasmakonzentrationen (P=0,91) oder der Placebogruppe (P=0,74) keine Anstiege bei den ventrikulären vorzeitigen Schlägen (91 vs. 223 respektive 207 Schläge).

 

Autoren: Zuchinali P et al.
Studie: Short-term Effects of High-Dose Caffeine on Cardiac Arrhythmias in Patients With Heart Failure: A Randomized Clinical Trial
Quelle: The Journal of the American Medical Association Intern Med (JAMA Intern Med) 2016;176(12):1752–1759.
Web: dx.doi.org/10.1001/jamainternmed.2016.6374

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