ASCO 2025: Lurbinectedin plus Atezolizumab verbessert Überleben beim ES-SCLC18. Juni 2025 Lurbinectedin-Molekül. Bild: ©Studio Molekuul/Wirestock – stock.adobe.com Ergebnisse einer globalen klinischen Phase-III-Studie zeigten, dass die Erhaltungstherapie mit Lurbinectedin plus Atezolizumab einigen Patienten mit Kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC) zu einem längeren Leben verhalf als die Erhaltungstherapie mit Atezolizumab allein. Die Studie wurde auf der Jahrestagung 2025 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die vom 30. Mai bis 3. Juni in Chicago stattgefunden hat. Kommentar einer ASCO-Expertin „Die Immuntherapie hat die Überlebenschancen von Patienten mit ES-SCLC verbessert und stellt einen bedeutenden Fortschritt bei dieser historisch herausfordernden Krankheit dar. Trotz dieser Fortschritte bleiben die Langzeitergebnisse jedoch suboptimal, was den Bedarf an besseren Strategien unterstreicht“, verdeutlichte Dr. Charu Aggarwal, FASCO, Leslye M. Heisler Professor of Lung Cancer Excellence am Abramson Cancer Center der University of Pennsylvania und ASCO-Expertin für Lungenkrebs. „Die Integration von Lurbinectedin – einem neuartigen DNA-schädigenden Wirkstoff – in die Erhaltungstherapie neben Atezolizumab nach der initialen Chemo-Immuntherapie stellt einen wichtigen nächsten Schritt dar. Dieser Ansatz bietet eine Möglichkeit, die Krankheitskontrolle zu verlängern und könnte einen Wandel hin zu einem länger anhaltenden Nutzen für die Patienten einleiten“, ordnete Aggarwal ein. Risiko für Progression oder Tod verringert „Obwohl die Einführung der Immuntherapie in der Erstlinie die Behandlungsergebnisse verbessert hat, bleibt die Behandlung des fortgeschrittenen SCLC schwierig. Die Phase-III-Studie IMforte zeigt, dass die neue Kombination aus Lurbinectedin und Atezolizumab als Erhaltungstherapie nach der Erstlinienbehandlung zu einem längeren Leben beiträgt und das Risiko für Progression oder Tod reduziert“, erklärte Studienleiter Dr. Luis G. Paz-Ares vom Universitätsklinikum 12 de Octubre in Madrid, Spanien. „Dieses Ergebnis stellt einen wichtigen Meilenstein dar und könnte eine dringend benötigte Option für die Weiterentwicklung der Behandlung dieser aggressiven Erkrankung bieten“, fuhr Paz-Ares fort. Die IMforte-Studie umfasste 660 Patienten mit bisher unbehandeltem ES-SCLC, ohne Hirn- oder Rückenmarksmetastasen in der Anamnese und mit gutem Allgemeinzustand. Alle in die Studie eingeschlossenen Patienten erhielten eine Standard-Induktionstherapie mit Atezolizumab, Carboplatin und Etoposid in vier Zyklen. Nach der Induktionstherapie konnten die Patienten die Studie fortsetzen, wenn sie nach vier Zyklen ein anhaltendes Ansprechen oder eine stabile Erkrankung aufwiesen. 483 Patienten bekamen eine Erhaltungstherapie. Sie wurden für Lurbinectedin plus Atezolizumab (n=242) oder Atezolizumab allein (n=241) randomisiert. Die Teilnehmer stammten aus 91 Studienzentren in 13 verschiedenen Ländern. Etwa 82 Prozent waren weiß, 13 Prozent asiatisch und 5 Prozent hatten eine andere ethnische Zugehörigkeit. Etwa 7 Prozent waren hispanischer oder lateinamerikanischer Abstammung. Das mediane Alter der Teilnehmer betrug 66 Jahre und etwa 63 Prozent waren Männer. Wichtige Ergebnisse der IMforte-Studie Nach einer medianen Nachbeobachtung von 15 Monaten betrug das mediane PFS 5,4 Monate im Kombinationsarm vs. 2,1 im Monotherapiearm. Patienten, die mit Lurbinectedin plus Atezolizumab behandelt wurden, hatten ein um 46 Prozent geringeres Risiko für eine Progression als Patienten, die nur mit Atezolizumab behandelt wurden. Das mediane Gesamtüberleben betrug 13,2 Monate für Patienten, die mit Lurbinectedin plus Atezolizumab behandelt wurden, und 10,6 für jene, die nur mit Atezolizumab erhielten. Patienten mit der Kombinationstherapie hatten ein um 27% geringeres Sterberisiko als jene mit Atezolizumab-Monotherapie. Die mediane Behandlungsdauer im Arm mit der Kombinationstherapie betrug 4,1 Monate mit Lurbinectedin und 4,2 Monate mit Atezolizumab, im Monotherapiearm 2,1 Monate. Eine längere Behandlungsdauer kann häufig einen größeren Nutzen bringen, da mehr Dosen des Medikaments vertragen werden. Es gab einen deutlichen Unterschied bei den unerwünschten Ereignissen zwischen den beiden Gruppen. Nebenwirkungen traten bei 83,5 Prozent der Patienten im Lurbinectedin- plus Atezolizumab-Arm auf, verglichen mit 40 Prozent im Monotherapiearm. Im Lurbinectedin- und Atezolizumab-Arm erlitten 25,6 Prozent der Patienten eine Nebenwirkung von Grad 3/4 und 0,8 Prozent eine Nebenwirkung vom Grad 5. Im Atezolizumab-Monotherapiearm erlitten 5,8 Prozent eine Nebenwirkung von Grad 3/4 und 0,4 Prozent eine Nebenwirkung von Grad 5. Im Lurbinectedin- und Atezolizumab-Arm brachen 6,2 Prozent der Patienten die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab, verglichen mit 3,3 Prozent im Atezolizumab-Monotherapie-Arm. Nächste Schritte Die IMforte-Studie läuft noch, die Wissenschaftler werden die eingeschlossenen Patienten weiter beobachten. Sie prüfen auch andere Settings für den Einsatz dieser Behandlungskombination, beispielsweise als Erstlinientherapie. Die IMforte-Studie wurde von Genentech finanziert.
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