ASCO 2026: Ivonescimab verbessert Überleben beim squamösen NSCLC5. Juni 2026 Bild: ©males_design – stock.adobe.com Die neuesten Ergebnisse der HARMONi-6-Studie zeigen, dass Ivonescimab plus Chemotherapie das Gesamtüberleben (OS) beim fortgeschrittenen squamösen Nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) unabhängig vom Spiegel des PD-L1-Proteins verlängert, verglichen mit Tislelizumab plus Chemotherapie. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2026 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die vom 29. Mai bis 2. Juni in Chicago stattgefunden hat. „Das squamöse NSCLC ist mit schlechteren klinischen Ergebnissen assoziiert als das nichtsquamöse NSCLC. Dies ist eine der wenigen Studien beim fortgeschrittenem squamösen NSCLC, die ein medianes Überleben von mehr als zwei Jahren nachweisen konnte“, erklärte der leitende Studienautor Dr. Shun Lu vom Shanghai Chest Hospital der Jiao Tong University School of Medicine in Shanghai, China. Bispezifischer Antikörper gegen zwei zentrale Mechanismen Für das squamöse NSCLC stehen im Allgemeinen weniger Behandlungsoptionen zur Verfügung als für andere NSCLC-Subtypen. Die Kombination von Therapien in Form eines bispezifischen Antikörpers, der gleichzeitig auf zwei zentrale Mechanismen der Krebszellaktivität abzielt, könnte einige dieser Probleme lösen, indem die therapeutische Wirkung gezielt auf die Krebszellen konzentriert wird. Die Phase-III-Studie HARMONi-6 wurde konzipiert, um zu vergleichen, wie wirksam der bispezifische PD-1/VEGF-Antikörper Ivonescimab in Kombination mit einer Chemotherapie das Fortschreiten eines squamösen NSCLC hemmt – im Vergleich zu Tislelizumab, einem Checkpoint-Inhibitor, ebenfalls in Kombination mit einer Chemotherapie. Zudem wurden die Nebenwirkungen sowie die Überlebensdauer nach der Behandlung untersucht. An der Studie nahmen 532 Personen mit fortgeschrittenem (Stadium IIIB, IIIC oder IV) squamösen NSCLC teil. Im Rahmen der Erstlinienbehandlung erhielten 266 Teilnehmer Ivonescimab in Kombination mit Paclitaxel und Carboplatin. Die 266 Personen der Kontrollgruppe erhielten Tislelizumab zusammen mit denselben Chemotherapeutika. Frühere Ergebnisse der Studie hatten bereits gezeigt, dass Ivonescimab das Fortschreiten des squamösen NSCLC über einen längeren Zeitraum aufhielt als Tislelizumab: Das PFS lag bei etwa 11 Monaten versus 9 Monate. Besseres progressionsfreies und Gesamtüberleben Die Verbesserung des PFS erwies sich als Indikator für die OS-Ergebnisse: Nach einer medianen Nachbeobachtung von 21,4 Monaten lag das mediane OS unter der Behandlung mit Ivonescimab plus Chemotherapie bei etwa 28 Monaten versus 24 Monate unter Tislelizumab plus Chemotherapie. Im Verlauf des Studienzeitraums senkte die Behandlung mit Ivonescimab das Sterberisiko um 34 %. Wie erwartet, zeigte sich Tislelizumab bei niedrigen PD-L1-Werten als weniger wirksam. In der Tislelizumab-Gruppe lag das mediane OS bei Patienten, deren Tumor eine PD-L1-Expression von einem Prozent oder mehr aufwies, bei 27 Monaten. Bei Patienten mit einer PD-L1-Expression von weniger als ein Prozent betrug das mediane OS etwa 19 Monate. Im Gegensatz dazu erwies sich Ivonescimab unabhängig von der Höhe der PD-L1-Expression als wirksam. Sowohl in der Gruppe mit hoher als auch in der Gruppe mit niedriger PD-L1-Expression waren noch so viele Teilnehmer, die Ivonescimab erhalten hatten, am Leben, dass sich kein medianes OS berechnen ließ. Schwere Nebenwirkungen traten bei den Teilnehmern, die Ivonescimab erhielten, und jenen, die mit Tislelizumab behandelt wurden, mit vergleichbarer Häufigkeit auf. Dazu zählten: Neutropenie (32% vs. 26%), Leukopenie (11 % vs. 9 %) und Anämie (7% vs. 5%). Bei etwa 3 % der Patienten in der Ivonescimab-Gruppe und etwa 1 % in der Tislelizumab-Gruppe traten Blutungen auf. HARMONI-3 wird Daten zu Populationen weltweit liefern „Dies ist die erste große prospektive Studie, die belegt, dass eine bispezifische Anti-PD-1/VEGF-Therapie in Kombination mit einer Chemotherapie der etablierten Standardbehandlung aus PD-1-Inhibitor plus Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem squamösen Lungenkrebs überlegen ist. Auch wenn diese Studie Teilnehmer aus China einschloss und Wirksamkeitsdaten aus globalen Populationen noch ausstehen, eröffnet sie doch einen entscheidenden neuen Weg für Patienten mit diesen schwer zu behandelnden Karzinomen, für die nur begrenzte Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen“, unterstrich Dr. David R. Spigel, Präsident und Chief Medical Officer am Sarah Cannon Research Institute sowie ASCO-Experte für Lungenkrebs. Finanziert wurde diese Studie von Akeso Biopharma Inc.
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