ASCO 2026: R-CHOP plus Immuntherapie verzögert Progression aggressiver B-Zell-Lymphome

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Die Ergebnisse der Phase-III-Studie frontMIND zeigen, dass die Ergänzung des R-CHOP-Regimes mit Tafasitamab und Lenalidomid in der Erstlinie die Progression bei Patienten mit aggressivem Diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder hochgradigem B-Zell-Lymphom (HGBL) verringern kann.

Diese Ergebnisse sind von besonderer Bedeutung, da die in die Studie eingeschlossene Patientengruppe ein hohes intermediäres oder hohes Krankheitsrisiko aufwies – Konstellationen, die typischerweise mit einer schlechten Prognose einhergehen. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2026 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die vom 29. Mai bis 2. Juni in Chicago stattgefunden hat.

„Obwohl sich die Behandlung des DLBCL in den letzten Jahren verbessert hat, sehen sich viele Patienten – insbesondere solche mit hohem Krankheitsrisiko – nach wie vor mit einer schlechten Prognose konfrontiert. Die frontMIND-Studie ist von großer Bedeutung, da sie eine der wenigen großen Phase-III-Studien zur Erstlinientherapie des DLBCL darstellt, in der die Ergänzung von R-CHOP durch eine zusätzliche Therapie zu einer Verbesserung der klinischen Ergebnisse im Vergleich zu R-CHOP allein führte – dem seit mehr als 20 Jahren etablierten Standardregime“, erklärte der leitende Studienautor Dr. Georg Lenz vom Universitätsklinikum Münster.

Im Rahmen der frontMIND-Studie wurde geprüft, ob die Kombination von R-CHOP mit Tafasitamab und Lenalidomid versus R-CHOP allein eine überlegene Erstlinientherapie darstellt – insbesondere für Patienten mit DLBCL oder HGBL, die ein höheres Krankheitsrisiko und eine schlechte Prognose aufweisen. An der Studie nahmen in Nord- und Südamerika, Europa und Asien insgesamt 899 Patienten mit DLBCL oder HGBL und einem hohen intermediären oder hohen Krankheitsrisiko teil. Das mediane Alter der Teilnehmer lag bei 65 Jahren; etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer war männlich.

Eingeteilt in zwei Gruppen erhielten 448 Teilnehmer zusätzlich zu R-CHOP Tafasitamab und Lenalidomid (Tafasitamab- und Lenalidomid[TL]-Gruppe) und 451 Teilnehmer R-CHOP plus Placebo (Kontrollgruppe).

Progressionsrisiko um ein Viertel reduziert

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 35,2 Monaten reduzierte die Behandlung mit Tafasitamab, Lenalidomid und R-CHOP das Progressionsrisiko um 25 Prozent im Vergleich zur Behandlung mit R-CHOP allein. Die Rate des progressionsfreien Überlebens  (PFS) nach drei Jahren lag in der TL-Gruppe bei 67,3 Prozent versus 60,7 Prozent in der Kontrollgruppe.

Bei den Teilnehmern, deren Diagnose zentral bestätigt wurde (773 von 899 Teilnehmern), reduzierte die Kombinationstherapie das Progressionsrisiko um 32 Prozent. Die Autoren berichten, dass der PFS-Vorteil sowohl beim DLBCL vom ABC-Typ als auch vom GCB-Typ beobachtet wurde.

Die Rate der Komplettremissionen (CR) und die Gesamtansprechrate (ORR) waren in beiden Gruppen vergleichbar: Eine CR wurde bei 65,2 Prozent der Teilnehmer in beiden Gruppen erreicht. Die ORR lag in der TL-Gruppe bei 80,4 Prozent versus 76,1 Prozent in der Kontrollgruppe.

Der Unterschied beim Gesamtüberleben war nicht signifikant (81,7% in der TL-Gruppe versus 78,9% in der Kontrollgruppe zum Zeitpunkt der Berichterstattung), wird jedoch weiterhin beobachtet.

Nach Beginn der Behandlung traten in der TL-Gruppe bei mehr Personen unerwünschte Ereignisse vnm Grad 3 oder höher auf als in der Kontrollgruppe – 86,7 versus 76,1 Prozent –, doch wurden die Probleme als beherrschbar eingestuft. Infektionen sowie eine verringerte Anzahl weißer oder roter Blutkörperchen traten in der TL-Gruppe häufiger auf als in der Kontrollgruppe. Unerwünschte Ereignisse führten dazu, dass 25,7 Prozent der Patienten in der TL-Gruppe sowie 17,9 Prozent in der Kontrollgruppe einen Teil der Behandlung abbrachen. Etwa 5 Prozent der Patienten in beiden Gruppen stellten die Behandlung vollständig ein.

Diese Daten werden zur Unterstützung der Zulassungsanträge herangezogen, mit denen die Genehmigung von Tafasitamab und Lenalidomid in Kombination mit R-CHOP als Erstlinientherapie bei Erwachsenen mit neu diagnostiziertem DLBCL und HGBL angestrebt wird. Diese Studie wurde von der Incyte Corporation finanziert.

„Die frontMIND-Studie stellt erst die zweite randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie in den letzten 25 Jahren dar, die eine Verbesserung des primären Wirksamkeitsendpunkts im Vergleich zum langjährigen weltweiten Behandlungsstandard R-CHOP bei Patienten mit neu diagnostiziertem DLBCL nachweisen konnte. Wichtig ist, dass diese Verbesserung des PFS voraussichtlich zu einer Verbesserung der langfristigen Heilungsergebnisse bei Patienten mit neu diagnostiziertem DLBCL führen wird“, sagte Dr. Krish Patel, Executive Director für hämatologische Krebsforschung am Sarah Cannon Research Institute und ASCO-Experte für Lymphome.

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