ASS und rezidivierende gastrointestinale Blutungen21. März 2017 © Photographee.eu – fotolia.com Personen, die in der Vergangenheit an Blutungen des unteren Gastrointestinaltraktes gelitten haben, und die ASS einnehmen, besitzen zwar ein erhöhtes Risiko für Blutungsrezidive, senken aber gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse und Tod. Das hat eine aktuelle Studie ergeben, in der der Frage nachgegangen wurde, ob nach einer Blutungsepisode im unteren Gastrointestinaltrakt die Verwendung von ASS wieder aufgenommen werden sollte. Die Autoren schlossen retrospektiv 295 Patienten mit diagnostizierter Blutung im unteren Gastrointestinaltrakt (Meläna oder Hämatochezie, keine Blutungen des oberen Gastrointestinaltraktes) in die Studie ein. Alle Patienten waren zwischen Januar 2000 und Dezember 2007 im Prince of Wales Hospital in Hongkong behandelt worden und hatten Aspirin eingenommen. Die Wissenschaftler bestimmten nun die Outcomes über einen Zeitraum von 5 Jahren. Diese Outcomes waren: rezidivierende Blutungen im unteren Gastrointestinaltrakt, schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse und Tod aufgrund einer anderen Ursache. Für einen Vergleich wurden die Patienten je nach der kumulativen Dauer ihrer Aspirineinnahme in Gruppen eingeteilt: <20 % des Follow-up-Zeitraumes (121 Nichtanwender) vs. ≥50 % des Beobachtungszeitraumes (174 Aspirinanwender). Innerhalb von 5 Jahren traten bei 18,9 % der Aspirinanwender (95 %-Konfidenzintervall [KI] 13,3–25,3) erneut Blutungen auf, bei den Nichtanwendern waren es nur 6,9 % (95 %-KI 3,2–12,5; p=0,007). Allerdings kam es bei nur 22,8 % der Aspirinverwender zu schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen (95 %-KI 16,6–29,6), verglichen mit 36,5 % bei den Nichtanwendern (95 %-KI 27,4–45,6; p=0,017). An anderen Ursachen verstarben 8,2 % der Aspiringruppe (95 %-KI 4,6–13,2) und 26,7 % der Nichtanwender (95 %-KI 18,7–35,4; p=0,001). Eine multivariable Analyse ergab, dass der Einsatz von Aspirin einen unabhängigen Prädiktor für Blutungsrezidive darstellte, aber vor kardiovaskulären Ereignissen und Tod zu schützen schien. Autoren: Chan FKL et al. Korrespondenz: Dr. Francis K. L. Chan, Department of Medicine and Therapeutics, Prince of Wales Hospital, 30-32 Ngan Shing Street, Hongkong, China Studie: Risks of Bleeding Recurrence and Cardiovascular Events With Continued Aspirin Use After Lower Gastrointestinal Hemorrhage Quelle: Gastroenterology 2016;151(2):271–277. Web: www.gastrojournal.org
Mehr erfahren zu: "RA-Therapie mit DMARDs: Neue S3-Leitlinie betont Therapieziel Remission" RA-Therapie mit DMARDs: Neue S3-Leitlinie betont Therapieziel Remission Die neue S3-Leitlinie zur RA-Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARDs) empfiehlt den frühen Beginn der Therapie, unmittelbar nach gesicherter Diagnose. Das Ziel: Remission.
Mehr erfahren zu: "Clusterkopfschmerz: Wenn der Alltag zur Qual wird" Clusterkopfschmerz: Wenn der Alltag zur Qual wird Clusterkopfschmerzen gehören zu den schmerzintensivsten Kopfschmerzerkrankungen. Warum die seltene Erkrankung häufig spät erkannt wird, welche Faktoren die Attacken auslösen können und welche Therapien Betroffenen helfen, erklärt die Dresdner Kopfschmerzexpertin Gudrun […]
Mehr erfahren zu: "MASLD: Verbindung mit frühen kardiovaskulären und kognitiven Veränderungen festgestellt" MASLD: Verbindung mit frühen kardiovaskulären und kognitiven Veränderungen festgestellt Laut den Autoren einer Studie kann die Stoffwechseldysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) nicht länger als reine Lebererkrankung ohne systemische Auswirkungen betrachtet werden.